Vite ad Ovest

Vite ad Ovest ist das Projekt von Vincenzo Angileri im tiefsten Osten von Sizilien. Der Osten Siziliens, es ist wild und rau. Vielleicht auch einer der mythischsten Orte der Insel. Sagenumwobene Geschichten wurden hier geschrieben. Viele Menschen und Völker kamen und hinterließen Spuren und Traditionen. Traditionen, die heute noch lebendig sind. Im Geiste der Leute und in der Seele des Landes. Vincenzo ist eben genau so ein Mensch. Offenherzig, warm und voller Liebe für sein Land, seine Trauben und seine Böden. Das spürt man in den Weinen von Vite ad Ovest Schluck für Schluck.

Sprungbrett

Der „wilde Westen“ ist die Geschichte dieses Weinguts

Vite ad Ovest dreht sich um Rebstöcke, die am äußersten Rand der größten Mittelmeerinsel, Sizilien, wachsen und gedeihen. Alte Rebstöcke, die sich in kleine Büsche ranken und ihre Wurzeln tief in die sandigen Böden fließen lassen. Immer mit Blick auf das Meer natürlich, denn hier ist der Weg in die See stets präsent.

Die Azienda Agricola, wie die Italiener generell landwirtschaftliche Höfe und Produktionen nennen, hat ihre Wurzeln in der Tradition dieses Landes. Ein Land, das die eigenen Kinder hat aufwachsen sehen, zwischen den Reben und den Olivhainen. Die Weinanbaufläche ist ein Zusammenschluss der Flächen der Familien Puleo Portelli und denen der Angileris. Die Flächen sind ganz wunderschön punktuell in kleinen Parzellen auf die Gebiete Marsala und Mazzara del Vallo verteilt. Um genau zu sein sind es sieben Hektar Fläche, die auf neun Parzellen verteilt sind, auf denen Rebstöcke seit über hundert Jahren wachsen. Ein Gedicht allein zu sehen, was hier erhalten und vorangebracht wurde. Mit Seele und Herz und mit der Gewissheit, den Traditionen recht zu tun und doch ein Auge auf die Zukunft zu richten.

„Wir setzen alles daran, den Zyklus der Natur zu verfolgen und natürliche Anbaumethoden so anzuwenden, dass wir mit einem Auge auf die Tradition sehen und mit dem anderen auch auf natürliche Experimente, also die Zukunft.“

Vincenzo

Die Rebsorten als kleine Büsche

Alle Rebstöcke sind in kleinen Büschen, Alberello, wie es die Italiener nennen, erzogen. Dies hat zur Folge, dass die Reben viel weniger Ertrag pro Hektar bringen können, dafür aber eine bessere Qualität der Frucht. Angelo und seine Familie sind sich sehr bewusst, dass dies eine perfekte Symbiose zwischen dem Menschen und der Natur ergibt, die tolle Resultate mit sich bringt. Deshalb ist ihr hauptsächliches Werkzeug im Weingarten ein Einziges: die Beobachtung. Denn durch Beobachten und Verfolgen der natürlichen Rhythmen kann man Krankheiten vorbeugen, ohne dann mit dem synthetischen Hammer durchgreifen zu müssen. Die Trauben, die hier angebaut werden, sind hauptsächlich autochthon. Bei den Weißen sind es die klassischen sizilianischen Sorten Grillo und Catarratto. Bei den Roten finden wir Nero D´Avola und Nerello Mascalese, aber auch eine Parzelle mit Cabernet Sauvignon gibt es hier.

Wenig Eingriff im Weingarten ist die Devise

Wie Angelo ausführt: “Der Boden bedeutet Leben und das Leben muss weitergehen.” Genau aus diesem Grund respektieren alle Menschen in seinem Weingut den Boden und die Reben wie einen eigenen Teil von sich. Im Winter und im Frühherbst werden die Rebstöcke sich selbst überlassen. Sie haben Zeit, sich vom anstrengenden Sommer zu erholen, sich selbst auszukurieren und ihren Zyklus zu vollenden. Kurz vor dem Beginn des Sommers starten sie mit der Gründüngung. Das ist natürlich keine synthetische Art, den Boden zu düngen. Sondern vielmehr eine Anbauform von Pflanzen, die den Boden begrünen und durchwurzeln, so dass zum einen die Bodenoberfläche schön locker bleibt und zum anderen, bei manchen Pflanzenarten wie Lupinen, auch Nährstoffe in den Boden gelangen. Für die Pflege der Reben, wie zum Beispiel gegen Parasiten und andere Schädlinge, bedienen sie sich auch den Hilfsmitteln der Natur. Schwefel, händisches Umgraben oder in ganz seltenen Fällen auch etwas Kupfer, etwas was für die allermeisten Winzer normal ist, wird hier nur im Notfall benutzt.

Vite ad Ovest: So wild, so wunderbar

Seit 2018 ist die Azienda auch biologisch zertifiziert. Die einzelnen Parzellen sind bis zu 15 Kilometer entfernt voneinander, was eine unglaubliche Vielfalt mit sich trägt. Verschiedene Böden und verschiedene Mikroklimata verleihen den Weinen unterschiedliche Ausdrücke.

Im Keller bleibt die Philosophie geradlinig

Die Ernte findet statt, wenn es die Natur entscheidet. Die Reben entscheiden allein, wann ihre Trauben reif sind. Denn jede Parzelle ist bei Vincenzo ein Wein. Damit kann der Wein wirklich die Gesamtheit seines Terroirs entfalten und darüber erzählen, wenn wir diesen Wein trinken.

Die Ernte findet selbstverständlich händisch statt. Die Trauben werden so behutsam wie möglich in den Keller gebracht. Für manche Weine werden die Trauben entrappt, bei anderen bleiben sie erstmal dran. Die entrappten Trauben werden im Ganzen in Tanks gegeben, wo sie durch ihr Gewicht anfangen sich zu zerquetschen und somit die Fermentation mit indigenen Hefen spontan zu beginnen.

Der Most jedes Weines fermentiert stets mit den Schalen. Einige nur für einzelne Tage und andere für Monate. Die Säfte werden dann mit einer hydraulischen Korbpresse von den Schalen getrennt und fermentieren ohne Eingriffe weiter bis nach dem Ende des biologischen Säureabbaus. Der Ausbau findet stets auf den feinen Hefen statt. Die Weine kommen stets ungefiltert und ungeschönt in die Flache, lediglich ein Hauch Schwefel kann hier und da eingesetzt werden.

Ein Winzer, ein Land, Vite ad Ovest

Was sollen wir noch groß sagen. Vincenzo ist so einzigartig wie das Land, in dem er aufgewachsen ist. Er möchte mit seinen Weinen die Geschichte und die Tiefe dieser Böden und Siziliens erzählen. Der Trinkenden ein Stück seiner Heimat mit auf den Weg geben. Das alles durch einen Schluck dieses kostbaren Traubennektars. „Der Wein ist die Frucht der Zusammenarbeit von Menschen und Natur. Artisan zu sein, bedeutet respektvoll zu und mit seinem Umfeld zu sein und sich bewusst zu sein, etwas zu schaffen, was unvergleichbar ist, da diese Kombination von Wetter, Menschen, Böden und Liebe nicht woanders zu finden ist.“

Calogero Caruana

Wie ein gewisser Goethe einst schrieb: “Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem.“ Sizilien ist wild, rau, intensiv, voller Farben, voller Emotionen. So sind die Weine von Calogero Caruana. Im mittleren Westen der Insel liegen Calogero’s Weinberge und sein Olivenhain, ganz in der Nähe der Küste. Im Weinberg kann man die Wellen fast anfassen. Dort führt er fort, was ihm von seinem Großvater vererbt wurde. Wir sind restlos begeistert, Euch den Wein von Carolego präsentieren zu dürfen.

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Montallegro und Stefano Amerighi

Stefano Amerighi, ganz genau. Bei dieser Koryphäe des naturbelassenen Weinbaus hat Calogero nämlich sein Handwerk gelernt. Er verließ sein wunderschönes Sizilien, um bei Stefano Amerighi in Cortona alles über die Welt des exquisiten Naturweines zu lernen. In Cortona, dort blieb er drei Jahre. Mit dieser wahnsinnigen Erfahrung im Gepäck kehrte er nach Montallegro in der Provinz Agrigento auf Sizilien zurück. Dort übernahm er das Weingut seines Großvaters und baut nun auf 5 Hektar Gesamtfläche autochthone Reben, Mandeln und Oliven an.

5 Hektar Liebe

Die Reben sind hier hauptsächlich Inzolia, auch Ansonica in Mittelitalien genannt, und Catarratto. Dazu baut er auch Grillo und seit ein paar Jahren erst Nero D’Avola an, von dem es dieses Jahr den ersten Wein gibt. Weinbau ist in dieser schroffen Gegend nicht selbstverständlich. Die angrenzenden Weingärten wurden über die Jahre Stück für Stück in Olivenhaine umgewandelt. Das lag vor allem daran, dass der Wert der lokalen Inzolia Traube so stark gesunken war, dass Weinbauern auf Oliven und Olivenöl Produktion umstellen mussten. Für ein Kilo Inzolia, der an die lokale Kooperative verkauft wurde, gab es auch zeitweise nur 30 Cent, was absolut keinen gesunden Lebensstandard schaffen kann. Doch nicht Calogero. Kommt nicht in die Tüte! Denn das ist ein Stück Geschichte, Geschichte dieses Landes. Die Inzolia-Reben sind über 50 Jahre alt und tragen die schönsten Früchte.

Sizilen, das Meer und Inzolia

Um zu Calogero zu gelangen, fährt man entlang einer kurvigen Straße von Montallegro Richtung Meer. Den Keller und sein Wohnhaus hat Calogero nämlich in der kleinen Ortschaft Montallegro, die am Nachmittag einer Stadt aus dem Wilden Westen eines Sergio Leone Films gleicht. Es ist einfach zu warm, um auf den Straßen zu sein im Sommer. Auf der kurvigen Straße nimmt man dann eine Abzweigung in die “Riserva Naturale Torre Salsa“. Rechts geht’s direkt zum atemberaubenden Strand von Torre Salsa, links entlang vieler mediterraner Büsche zu Calogero’s Weinberg. Die Farben sind ein Spektakel: Das Orange des Sanddorns, gelbe kleine Blüten wohin das Auge reicht, das Meer glitzert in verlockenden azurblauen Tönen. Für alle anderen Sinne ist es ebenfalls ein Erlebnis.  Der weiche Wind des Meeres streift mit salzigem Tönen über die Haut und über die Reben. Es duftet intensiv nach Mandelblüten und Pfirsichen. „Wie kann da der Wein nicht gut werden?“, sagt Calogero. Wir waren mitgenommen vom ersten Moment und wussten, dass aus diesen Trauben ein ganz spezieller Saft kommen würde.

Terroir, Territorio, Terra

Die Weinberge für die weißen Rebsorten sind auf einem kleinen Plateau angesiedelt. Die Böden sind trocken und beige. Es regnet unglaublich wenig. „Das letzte Mal war April und wir haben jetzt Juli, es wird jedes Jahr dürrer!“ Sand und Kalkstein dominieren hier die Komposition. Der Nero D’Avola ist auf Terrassen mit vornehmlich Kalkstein angebaut. Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse zaubert die Natur immer wieder wundervoll schöne Trauben an die Rebstöcke. Calogero’s Ziel ist es dann auch, Weine zu machen, die den Geist dieses Landes so charakterisieren, dass die trinkenden Personen direkt das Gefühl bekommen, in Montallegro vor seiner Haustür zu stehen und den Sonnenuntergang über der Riserva Naturale Torre Salsa zu beobachten während der Duft von Mandelnougat und Rosmarin die Luft füllt.

Calogero Caruana – Old but new

Inzolia reloaded, aber old school

Als Calogero aus der Toskana zurückkam, versuchte er auf verschiedene Wege die Trauben zu verarbeiten. Direktpressung, Holzfass, Stahltank. Die Weine waren technisch wunderbar, aber es fehlte der Esprit, das Gewisse etwas. Da kam ihm die Erinnerung, dass Großvater Caruana den Inzolia Trauben etwas Maischestandzeit gab und sie im offenen Zementtank fermentierte. Denn in Montallegro ist die Präsenz von Flor, eine Hefebakteriendecke, die besonders vorherrschend in Sherrygebieten in Spanien ist und dem Wein ein nussig-herbes Aroma verleiht, keine Seltenheit. Diese traditionelle Methode nahm er sofort an. Aber um seinen dunklen Orange-Wein aus Inzolia Trauben zu machen, mischt er die Methoden bei der Fermentierung. Der eine Teil fermentiert im Stahltank und reift im Zementtank und der andere im Holzfass. Erst kurz vor Abfüllung werden die beiden Säfte vermischt. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlicher Wein, der seinesgleichen sucht.

Herb, kräuterig und nussig präsentiert sich der Wein an der Nase. Tief und reichhaltig im Mund, aber dennoch mit einer sehr schönen Säure, die den Trinkfluss sehr schön erleichtert.

Den zweiten Wein, den Calogero macht, ist sein Catarratto. Der Catarratto ist etwas zurückhaltender in Farbe und Stil. Der wird nämlich ausschließlich im Stahltank fermentiert und ausgebaut. Ein Wein voller Charme, der die fruchtige Seele Siziliens repräsentiert.

Nektarinen, Aprikosen und Mandelblüten steigen einem in die Nase. Ein Traum.

Seinen Nero D´Avola wird es erst im Jahr 2023 zum ersten Mal geben, aber wir können es kaum erwarten.

Man lebt nicht nur von Wein

Neben dem Wein bewirtschaftet Calogero auch Oliven und Mandelbäume mit derselben Sorgfalt wie die Rebstöcke. Biodiversität ist hier die Devise.  Aus den Oliven zaubert er mit einfachsten Methoden ein traumhaftes Olivenöl. Elegant, leicht und fruchtig, mit einem eher dezent herben Abgang. Kaltgepresst, so schonend wie möglich und dann im Keller ausruhen lassen. Die Mandeln, ein typisches Produkt, dass die Griechen in der Antike nach Agrigento gebracht hatten, sind auch ein kleines Nebenprojekt für ihn. Die Mandeln werden geschält und nur blanchiert verpackt. Auch hier könnt ihr Euch freuen, denn 2023 werden wir auch diese im Angebot haben.

Unser Fazit

Wir konnten unser Glück nicht fassen, diesen jungen aufstrebenden Winzer gefunden zu haben. Jemand, der nicht aufgegeben hat, während viele andere die Traditionen dieses Landes gegen kommerzielle Ideale ausgetauscht haben. Ein Kind dieser sizilianischen Erde, dieser Traditionen, aber jemand, der nach vorne sieht, Wandel anstrebt, mit den Füßen fest im sandigen Boden der Riserva Naturale Torre Salsa verankert.

Podere Sassi

Leo produziert auf seiner kleinen Farm an der Grenze zwischen Umbrien und dem Latium Weine, die man einfach nur als fantastisch bezeichnen kann. Natürlich, unverfälscht, voller Energie und exemplarisch für die Region Sabina. Rollende Hügel, die Apenninen im Hintergrund, Olivenbäume und Weinberge so weit das Auge reicht. Ein kleines Paradies. 

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Leo und seine Familie 

Podere Sassi, so heißt das Weingut von Leonardo Sassi, genannt Leo. Schon seine Großeltern stammen aus dem Latium und so wächst der junge Leo auf der Farm in den Hügeln im römischen Umland auf. Hier verbringt er seine Kindheit und Jugend und bekommt mit in die Wiege gelegt, was Respekt für die Natur und die lokalen Traditionen bedeutet. Nebenbei hilft er seinem Großvater bei der Landarbeit und lernt ganz selbstverständlich, was es heißt nachhaltig zu wirtschaften und tollen Wein zu machen. Gemeinsam mit seiner Frau und ihren drei Kindern pendelt Leo heute zwischen der Farm und dem Familienbetrieb in Rom. Je nach Jahreszeit und anfallender Arbeit. Aber seine eigentliche Passion ist die Natur und der Ort, an dem er aufgewachsen ist. 

“Schau Dir diese Gegend an. Ist sie nicht wunderschön? Für mich ist das hier der schönste Ort der Welt. So ruhig, so wild, so wunderschön.” 

Leo

Podere Sassi: Ein Familienunternehmen mit Bäckerei

Leo ist nicht nur Winzer, sondern betreibt nebenher auch noch eine Bäckerei mit angeschlossenen Café und Restaurant in Rom – Panificio Nazzareno. Alleine für seine klassische Pizza alla Pala würde sich ein Trip hierher lohnen. Aber zurück in die Hügel, das römische Umland: Hier fühlt sich Leo am wohlsten und man ahnt schnell warum. Auf seiner kleinen, natürlich biologisch zertifizierten Farm baut er nicht nur Wein an, sondern produziert auch ein unglaubliches Olivenöl und hat einen tollen Gemüsegarten für Familie und das Restaurant in Rom. Gelegen am westlichen Rand der Region Sabina schaut man vom alten Familienhaus runter ins Tal, in die rollenden Hügel, die Apenninen bilden eine beeindruckende Kulisse im Hintergrund. 

Podere Sassi – Die Weine:

Die Region Sabina – Olivenöl 

Bekannt ist die Region Sabina, in der auch Leo’s Weinberge liegen, für ihr Olivenöl. Geschützt von den Apenninen und mit den auflandigen Winden vom Meer existiert hier ein Mikroklima, das ideal für die Landwirtschaft vor Ort ist. Trocken, gelegentlich mit Regen, das alles auf (teilweise) fruchtbaren Böden. Ideal für Olivenbäume, Wein, Obst und Gemüse. Und Leo’s Olivenöl sucht seinesgleichen: Natürlich biologisch werden hier die Sorten Frantoio, Leccino und Moraiolo zu einem Öl der Extraklasse kalt gepresst. Fruchtig, würzig und komplex. Ein kleines Stück Brot dazu, etwas Salz, ein Glas von Leo’s Wein. Perfetto. 

Das Latium: Alte Weinbautradition 

Neben erstklassigem Olivenöl hat die Region Sabina eigentlich auch eine uralte Weinbautradition. Klar, Rom ist direkt um die Ecke und wir wissen alle, dass die Römer schon vor tausenden Jahren gerne mal das ein oder andere Glas Wein tranken. Im Zuge der Industrialisierung und der Verwendung schwerer Maschinen auf großen landwirtschaftlichen Flächen entschieden sich jedoch viele Bauern, selber keinen Wein mehr zu machen, sondern die Trauben an die lokale Genossenschaft zu verkaufen – die zumeist billigen Massenwein herstellte. Somit ging ein großer Teil der lokalen Weinbautradition und des angesammelten Wissens nach und nach verloren. Zumal oft eher drauf geachtet wurde, viel Geld zu verdienen. Das Resultat waren oftmals große Monokulturen von Mais, Weizen oder anderen Nutzpflanzen. Nicht jedoch in Leo’s Familie und vor allem bei seinem Nachbarn. Hier wurden die eignen Weinberge gepflegt und gehegt, die Flächen und das Wissen an die nächsten Generationen übergeben. 

Podere Sassi: Die lokalen Trauben

Aus dem lehmigen, eisenreichen Boden des Latiums gedeihen die klassischen, mittelitalienischen Rebsorten hervorragend. Ausgeglichen durch die sommerliche Trockenheit haben der Trebbiano und Malvasia di Lazio bei den weißen Trauben, bei den roten der Montepulciano, Sangiovese die Aufgabe genug Nährstoffe und Wasser aus dem Boden zu ziehen, um leckere Trauben zu bilden. Die eigentlichen Stars sind jedoch der lokale Ciliegiolo und Cesanese – Beides uralte Rebsorten, die ganz wunderbaren Rotwein ergeben. 

Weinbereitung bei Leo – Weinberg und Keller

Wie all unsere Winzer bei Forever Thirsty arbeitet Leo so nachhaltig wie nur irgend möglich und verzichtet weitestgehend auf Eingriffe bei der Weinbereitung. Seine Weinberge und die seiner Nachbarn, von denen er kleine Mengen Trauben zukauft, werden alle nach biologischen Prinzipien bewirtschaftet. 

“Warum soll ich hier groß Chemie versprühen? Siehst du, die Trauben sind gesund. Und wenn du ein gutes Ökosystem schaffst, bei dem sich die Pflanzen gegenseitig unterstützen, dann brauchst du gar nicht viel machen.”

Leo

Hofeigener Kompost, Obstbäume am Rande der Weinberge und überall vor Leben strotzende Wiesen und Hecken. Leo sorgt auf seiner Farm für ein funktionierendes Ökosystem, in dem sich Flora und Fauna nahezu unbeschränkt ausbreiten und entfalten dürfen. Die Pflege der Rebstöcke und Ernte erfolgt natürlich per Hand. 

Die gleiche Philosophie der “Minimal Intervention” wird logischerweise auch im Keller angewendet: Eine schonende Pressung der Trauben über mehrere Stunden (teils in einer alten Korbpresse), spontane Vergärung in offenen Behältern ohne Temperaturkontrolle, eine minimale Filtration. Ausgebaut werden die Weine in einer Mischung aus Stahl und Fiberglassbehältern. Immer mit dem Ziel, einen frischen Wein zu produzieren, der die Sprache der Region spricht. Je nach Wein und Dauer des Ausbaus wird lediglich ein Hauch Schwefel bei der Abfüllung hinzu

Podere Sassi: Die Weine

Coraggio: Eine Cuvée aus dem lokalen Malvasia di Lazio und Trebbiano. 3 Tage auf der Maische, danach 10 Monate auf der Feinhefe im Glasfasertank. Goldgelbe Farbe mit toller Aromatik (Honigmelone, Oregano, Grapefruit) und einer leichten Würze. 

Piccoli Passi: Der Orangewein von Leo. Gleiche Trauben wie beim Coraggio, jedoch mehr Malvasia als Trebbiano. Sanft angepresst dürfen die Trauben 2 Wochen mit dem Most vergären. Anschließend für 8 Monate im Glasfasertank. Wundervoll dunkelgold, ordentlich würzig (Oregano, Thymian) und mit einer saftigen Portion Orangenschale. 

A riveder le Stelle: Leo’s Rosé aus Cesanese und Ciliegiolo. Eine Nacht auf der Maische, danach 8 Monate im Stahl ausgebaut. Knackig frisch, dunkle Kirsche und eine bestechende Säure. Ein Rosé wie wir ihn lieben, mit etwas Tiefgang und Charakter. 

Sassolini: Ciliegiolo, die lokale Superstar-Rebsorte, hier im Glouglou-Style. Aus Leo’s jüngster Anlage, sanft angepresst, 5 Tage auf der Schale. Danach nochmal 9 Monate auf der Feinhefe in der Glasfaser. Jung, bestechend, süffig. Knallige rote Frucht, eine tolle Säure, glouglou eben. 

I Sogni: Leo’s Sangiovese. Klar als solcher zu erkennen, dennoch ganz eigenständig. Frische rote Frucht mit dem klassischen Veilchen. Ein Hauch mediterrane Kräuter. 10 Monate auf der Feinhefe. 

Portami Via: Ciliegiolo, hier reinsortig verarbeitet. Wunderschön dunkelrot schmeckt der Wein nach Waldbeeren, ohne jemals kitschig und marmeladig zu wirken. Die klassische Kräuternote ist auch hier dabei. Eine Woche auf den Schalen, danach 9 Monate Ausbau im Glasfasertank.

Unser Fazit 

Leo ist ein Mensch, den man einfach nur mögen kann. Sofort spürt man die Begeisterung für seine Produkte und Farm, die tiefe Verbundenheit, die er zu seiner Region und lokalen Traditionen hat, und die Sorgfalt, mit der er arbeitet und lebt. Ein toller Mensch eben. Seine Weine haben uns von der ersten Sekunde an fasziniert. So römisch, so italienisch, wie sie Leo’s Großvater und Urgroßvater eben schon immer gemacht haben. Einfach fantastisch. 

Stattet ihm und seiner Bäckerei doch einen Besuch ab, wenn Ihr das nächste Mal in Rom seid. Ihr werdet es nicht bereuen! 

Rarefratte

Rarefratte, das Herzensprojekt von Cristian Moresco, einem der wichtigsten Vordenker was die Weinbereitung in den Hügeln um Breganze im Veneto angeht. Was hier in diesem kleinen Weingut passiert, sollte Vorbildcharakter für die sonst so riesigen und aussagelosen Winzerbetriebe im Veneto sein: Fokus auf alte, lokale Rebsorten, eine naturnahe Weinbereitung mit Fokus auf ein funktionierendes Ökosystem sowie der Weinbau als soziales Projekt. Wir sind seit dem ersten Moment verliebt in die Weine von Cristian, der zeigt, was Wein aus dem Veneto eigentlich sein kann: Ausdrucksstark, vielschichtig, spannend und niemals auch nur einen Hauch langweilig. 

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Cristian’s Traum seit jungen Jahren: Winzer werden

Wein will Cristian eigentlich schon machen, seitdem er als kleiner Junge im Familienbetrieb seiner Eltern und Großeltern, die ein paar Hektar Wein hatten, mitgeholfen hat. Auf dem Weg zur Schule schlängelt sich der Schulbus durch die Breganzeser Hügel. Wein, so weit das Auge reicht. Aber schon damals zeigen sich die negativen Auswirkungen der Industrialisierung. Viele Menschen arbeiten in Fabriken, haben nach der Arbeit gerade noch ein bisschen Zeit für den Gemüsegarten. Die eigenen Trauben werden hier meist angebaut, um sich noch ein kleines Zubrot beim Verkauf an die lokale Cooperativa zu verdienen. 

Rarefratte – Spaß pur:

Industrieller Weinbau: Der Fluch im Veneto

Diese Entwicklung hat zweierlei Folgen. Zum einen, dass die lokalen Winzer*innen und Kleinbauern nach und nach ihre Weingärten immer mehr verkommen lassen, da die Kilopreise für geerntete Trauben immer weiter sinken. Und zum anderen, dass oftmals die lokalen, uralten Reben von den Großbetrieben herausgerissen und von neuen, internationalen Rebsorten ersetzt werden. 

Heraus kommen dabei zwar massentaugliche Weine, die sich gut weltweit vermarkten lassen, jedoch die lokale Weinkultur und Jahrhunderte alte Tradition völlig vernachlässigen. Cristian findet diese Entwicklung höchst befremdlich und so entsteht schon in jungen Jahren der Wunsch, selbst Winzer zu werden. 

Cristian’s Entscheidung: Weite Welt oder doch die Heimat?

Und so bleibt Cristian nach der Schule erstmal in der Heimat. Er studiert Soziologie und Landwirtschaft Padua, reist immer wieder nach Hause. Die Wirklichkeit holt ihn nach dem Studium ein. Er schickt Bewerbung um Bewerbung, findet jedoch keine Arbeit in seinem Feld. So stellt er sich die Frage: Bleibe ich in der Heimat oder ziehe ich nach Südamerika und wage einen kompletten Neuanfang? Glücklicherweise entscheidet er sich für ersteres. 

Rarefratte: Ein Projekt ist geboren 

Mit all seiner Motivation stürzt er sich in seine Berufung: Naturwein zu machen. Alles so ganz anders, als es die Generation seiner Eltern und Großeltern machten. Und so beginnt er, in der Region nach alten Winzer*innen zu suchen, die noch lokale Rebsorten anbauen. 2012 ist das Projekt Rarefratte geboren und es wird noch bis 2018 dauern, bis Cristian seinen ersten Wein zum Verkauf anbieten kann. Seine Tage und Monate sind mit der Suche nach den lokalen Rebsorten der Region gefüllt. Akribisch will er von der älteren Generation alles lernen, was über den Anbau, die Verarbeitung und Pflege jeder Rebsorte zu lernen ist. 

Wo er Rebsorten mit Potential findet, lässt er sich von den Winzer*innen kleine Rebschnitte mitgeben und zieht diese dann selber heran. Die klassische, aber sehr aufwendige “Selection massalle”, also das Klonen der beständigsten und gesündesten Pflanzen der jeweiligen Rebsorte. Aus den Trauben seiner jungen Pflanzen macht Cristian bei Rarefratte seine ersten Versuche mit Mikro-Vinifizierungen. Also extrem kleine Mengen an Wein um vor allem zu lernen, wie er am besten mit den alten Sorten umgeht. 

Die Trauben von Rarefratte

2018 ist es dann endlich so weit: Die Pflanzen sind gut gewachsen, gesund und tragen genug Trauben, um den ersten Jahrgang bei Rarefratte auf die Flasche zu bringen. Über die Jahre hinweg hat sich Cristian nach viel Suche und Arbeit auf folgende lokale Rebsorten, die schon fast in Vergessenheit geraten waren, spezialisiert: 

  • Vespaiola

    Die wohl wichtigste autochthone Rebsorte. Kleine grüne Trauben, die tief goldbelb reifen. Der Name entstand wohl, da besonders die Wespen die Trauben sehr interessant finden, wenn sie reif ist

  • Pedevenda

    Kleine, goldgelbe und leicht grünliche Trauben. Sehr hoher Säuregehalt, daher gerne für die Produktion von Schaumwein verwendet

  • Gruaja

    Eine schwierige Rebsorte, da zwar relativ ertragreich, die Trauben am Stock jedoch unterschiedlich reifen. Eine Mischung aus roten und grünen Trauben mit sehr präsenter Säure bei der Ernte

  • Ottocai (Glera Lunga)

    Auch als Tocai bekannt ist diese Traube einer der wichtigsten im Veneto vor der Industrialisierung. Oftmals für die Herstellung von Süßwein (Passito) verwendet

  • Marzemina Bianco (Sciampagna)

    Kleine, goldgelbe Beeren mit weißem Fruchtfleisch. Wächst am Stilgerüst außergewöhnlich in die Länge. In grauer Vorzeit wurde hieraus oft ein Pet Nat artiger Wein (rifermentato) hergestellt

  • Groppella di Breganze

    Kleine, tiefrote Beeren mit geringem Ertrag, schöner Säure und viel Tannin.. Vermutlich mit dem allseits bekannten Nebbiolo verwandt, der im Piedmont die Grundlage für den Barolo bildet

Cristian’s Philosophie der Weinbereitung: Natur pur 

Im Einklang mit der Natur arbeitet Cristian aus purer Überzeugung. Die alten Rebsorten weisen zwar viele sehr robuste Eigenschaften auf, brauchen jedoch dafür die Unterstützung der lokalen Flora und Fauna. Ein funktionierendes Ökosystem, wo viele kleine Rädchen ineinander greifen. Auf vulkanischen Böden mit Lehmauflage haben sowohl die Reben, als auch viele Gräser, Sträucher und Blumen die ideale Lebensgrundlage. Und die Natur dankt es Cristian: Die knapp sechs Hektar Weinberge strotzen nur so vor wilder Natur: Wilder Bewuchs, überall Blumen, Bienen schwirren durch die Luft, die Grillen zirpen, die Vögel zwitschern. Ein kleines Paradies. 

Im Keller wird die Philosophie bei Rarefratte konsequent weiter verfolgt: Die Natur machen lassen, was sie am besten kann. Natürlich werden die Trauben spontan ohne irgendwelche Zusätze wie Reinzuchthefen spontan vergoren. Es findet keine Temperaturkontrolle statt, gefiltert wird nur minimalst mit einem groben Sieb, der Wein darf lange auf der Feinhefe reifen und sich stabilisieren. Lediglich ein Hauch Schwefel kommt vor der Abfüllung dazu, damit Cristian und wir ruhig schlafen können. 

Die Weine von Rarefratte

Bei uns findet Ihr im Sortiment bereits drei von den Naturweinen von Rarefratte. Der Vespaiolo, ein trinkiger und dennoch erstaunlich komplexer Weißwein mit Noten von reifem Steinobst, Honig und weißen Blumen. Oder doch der Còle, ein weißer Pet Nat, der aus der roten Traube Gruaja hergestellt ist. Schmeckt wunderbar nach Grapefruit, Zwetschgendatschi und Zitrusfrüchten. Abgerundet durch den Tagli Rari, einer Cuvée aus Groppella und anderen roten Trauben, von denen nicht mal Cristian weiß, wie sie heißen. Tiefgründig, rund und mit einem tollen Finish findet Ihr hier reichlich Pflaume, Kirsche und leichte Kräuternoten. 

Unser Fazit 

Nicht nur ist Cristian ein super Typ, der mit seiner Philosophie und Arbeitsweise ein absolutes Vorbild für viele jungen Winzer*innen im Veneto darstellt. Sondern auch seine Weine zeigen, was man leider im Veneto doch so selten sieht: Ausdrucksstarke Weine aus lokalen Rebsorten, die Bände davon sprechen, wo sie herkommen. Wo jeder Schluck einen weiteren Aspekt der Geschichte des Weins erzählt. Wo sich Geschmackswelten auftun, die einem den Horizont erweitern. Und eben genau nicht der massenhaft im Veneto hergestellte Wein, der so langweilig und nach gar nichts schmeckt. Wir bei Forever Thirsty sind verliebt und sehr stolz, dass wir Euch die Weine von Rarefratte anbieten dürfen. 

Davide Xodo

Davide Xodo, einer der Sachen nicht nach Strich und Faden macht. Er ist so ein bisschen das Enfant Terrible einer Gegend, die abseits des Prosecco Anbaugebiets im Veneto liegt. Das DOC Colli Berici hat sich langsam aber sicher aus dem Schatten des Proseccos und Soave geboxt, ist nach wie vor ein Insidertipp. Wie in den meisten Regionen Italiens gibt es viel zu viele Winzer, die sowohl konventionelle Anbaumethoden als auch Weinherstellungsprozesse anwenden. Diese Weine sind dann per se nicht schlecht, aber unserer Meinung nach hinterlassen sie keinen bleibenden Eindruck. Nicht aber Davide! Genau deshalb waren wir sofort in Davide und seine Weine verschossen. Absolut gegen Strich gebürstet, unkonventionell, mutig und einfach Veneto pur. 

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Davide Xodo – Der Weg (zurück) ins Veneto

Nach 15 Jahren Erfahrung, Kollaborationen mit anderen Winzer*innen und diversen anderen Projekten erfüllte er sich seinen Lebenstraum eines eigenen kleinen Weinbetriebes gleich in den Hügeln vor seiner Haustür. Das Motto Wein machen, wie er selbst ihn gern mag oder wie die Italiener sagen: „a modo mio“. Das Ganze fing mit der Pacht und der Arbeit in den Weingärten von Ermido Piva an, einem der Wegbereiter für den spannenden Wein der Colli Berici. 

Das Weingut von Davide Xodo

Davide Xodo’s Weingut selbst liegt in Nanto in der Provinz Vicenza, auf der östlichen Seite der Colli Berici. Eine Ecke im Veneto, die früher sehr beliebt bei venezianischen Herrschaften war, die die Lagunenstadt in den heiß-schwülen Tagen verließen, um die kühlere und frischere Luft der Hügellandschaft zu genießen. Die sanften und idyllischen Hügel sind vulkanischen Ursprungs und erheben sich leicht aus der Poebene. Traumhaft schön und grün präsentieren sie sich der Besucher*in, voll mit verschiedenster Vegetation. Schaut man sich die Bodenbeschaffenheit der ca. 2000 Hektar großen Fläche an, so merkt man, dass das Gebiet im Süd-Westen durch einen langen regelmäßigen Karst-Rücken gekennzeichnet ist, der von roter Erde bedeckt (Schluff-Ton mit viel Eisenoxyd) ist.

Bei Davide finden wir ablagerungsreiche Böden aus tonigem Schlick, die reich an Kalkstein sind und einen tendenziell basischen PH wert aufweisen, was dem Wein vereinfacht gesagt eine gute Säure verleiht. Diese wunderschöne Säurestruktur kommt bei Davide’s Weinen traumhaft zum Tragen. 

Davide Xodo legt natürlich bei der Ernte selbst mit Hand an

Auf einer Gesamtfläche von ca. 3.5 Hektar, die in acht kleine verschiedene Parzellen aufgeteilt ist, baut er Wein an. Davide hat noch einen zusätzlichen Hektar Fläche, der zwischen Wald, Oliven und verschiedenen Obstbäumen aufgeteilt ist. Biodiversität wie sie im Bilderbuch steht, da um und zwischen den Rebstöcken auch Blüten und Gräser ihren Lebensraum finden. Ein Kleinod voller Leben, in der Flora und Fauna in perfekter Harmonie leben können. Die 3.5  Hektar Wein sind mit diversen Rebsorten bepflanzt. Bei den Weißen spielen vor allem die autochthonen Sorten Garganega und Tai Bianco eine wichtige Rolle. Zusätzlich baut er auch Weissburgunder und Malvasia Istriana an. Auf roter Seite ist der Tai Rosso der Star. An dessen Seite befinden sich noch Merlot (typisch fürs Veneto), Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, Carmenére und Syrah. 

Davide und seine Philosophie der Weinbereitung

Bei der Arbeit in den Weingärten hat sich Davide zur Aufgabe gesetzt, die speziellen Eigenschaften jeder Parzelle und jeder Traubensorte hervorzuheben. Er hängt viel Herzblut daran eine maximale Balance zwischen Pflanzen, Bäumen, Trauben und allem, was sie umgibt, zu schaffen und somit eine biodiverse Symbiose zu erzeugen. Davide verzichtet strikt auf jegliche Art chemischer Mittel im Weinberg. Kupfer und Sulfat wird so wenig wie möglich eingesetzt. Es ist die Zeit, die er jeden Tag im Weingarten verbringt, das Beobachten der Natur, das sorgsame Zuhören, das ihm Zeit gewinnt, sollte etwas im Weingarten nicht stimmen, sodass er mit Naturpräparaten oder Handgriffen dem entgegensteuern kann. Die Lese erfolgt rigoros per Hand. Denn im Weingarten selbst wird die erste Selektion getroffen. 

Seine Philosophie ist sehr simpel: Weinbau, der den Mensch und das Land respektiert. Die Bewahrung und die Steigerung der Bodenvitalität, die dem Menschen und der Natur alles gibt, steht im Zentrum seiner Gedanken. 

Im Weinkeller ist er auch kein Mensch halber Sachen. Natur und nichts anderes. Wie er selbst sagt: „Die Trauben repräsentieren den Weingarten, den Boden, die Luft und das Jahr“ und somit will er genau diesen Ausdruck nicht manipulieren, verändern, verfälschen. Die Trauben werden mit simplen Methoden zu Wein verarbeitet. Sein Ziel ist es echte, zugängliche und ehrliche Weine zu machen, die die Colli Berici abbilden und uns alle in diesen Idyllischen verlieben lassen. 

Die Trauben werden nach einer Vorselektion bei der Lese im Keller nochmals akribisch aussortiert. Alle Weine werden spontan, ohne Temperaturkontrolle und nur mit indigenen Hefen vergoren. Vor allem aber ohne Eingriffe! Während des Gär- und Lagerungsprozesses werden den Weinen keine Zusatzstoffe hinzugefügt, keine Klärungs- oder Filtrationsprozesse durchlaufen oder dem Wein sonstiger Schabernack angetan. 

Beim Abfüllen werden die Weine nicht filtriert und nicht geschönt. Schwefel wird nur im Zweifelsfall ganz minimal dazugegeben und wenn auch nur ganz zum Schluss. 

Jeder Jahrgang ist ein wunderschönes Spiegelbild des vergangenen Jahres, der harten Arbeit, dem Willen von Mutter Natur und der Eigenschaft der Trauben. 

Davide’s Weine

Die Weine von Davide Xodo

Wir waren vom ersten Schluck hellauf begeistert. Tai Rosso, Garganega Pet Nat oder Nina aus Weissburgunder und Garganega klangen in unseren Gaumen noch lange nach. Balanciert, frisch und trotzdem lange präsent. Einzigartig und frei wie Davide selbst. Weine, die einfach vom ersten Schluck an so richtig gute Laune machen. Unser Serviervorschlag für seine Weine: Album Eures Lieblings Italo-Sängers (wir entscheiden uns an dieser Stelle für Adriano Celentano), ein reich bestückter Antipasti Teller, Grissini, Füße hochlegen und sicher sein, dass Ihr bis zum nächsten Trip nach Bella Italia perfekt ausgestattet seid. Chin chin!

Ampeleia

Wunderbar weiche, samtige und knackig frische Weine aus der Toskana? Geht nicht? Geht doch. Und zwar bei Ampeleia, einem Weingut mit der perfekten Kombination des mediterranen Lebens in der Toskana mit all seiner Wärme und der Frische alpiner Weine. Sei es der Unlitro, ein rustikaler Tafelwein, oder der Ampeleia, ein eleganter Spitzenwein, die Weine aus dem Herzensprojekt von Elisabetta Foradori wissen alle zu überzeugen. Wir sind hin und weg und können nicht genug bekommen von diesen ungewöhnlichen Weinen aus der Toskana.

Sprungbrett

Ampeleia: Der Ursprung

Die Geschichte von Ampeleia nimmt ihren Lauf auf einer Skihütte in den Dolomiten. Die drei Freunde und Weinliebhaber Elisabetta Foradori, Thomas Widmann und Giovanni Podini philosophieren über ihre jeweiligen Idealvorstellung eines Rotweins: Kräftig sollte er sein, zugleich fruchtig, seidig und samtig, facettenreich, aber auch mit Ecken und Kanten. Es wäre beim Philosophieren geblieben, hätten die drei sich nicht zusammengetan und sich auf die Suche begeben, einen Wein nach ihren Vorstellungen zu produzieren. 

Elisabetta, die treibende Kraft des gemeinsamen Projekts, ist in der Weinwelt schon lange eine angesehene Expertin und darf sich die Wiederentdeckung der Trentiner Rebsorte ‘Teroldego’ auf die Fahne schreiben. Die Weine ihrer ‘Granato’ Linie, die sie auf Ihrem gleichnamigen Weingut in Mezzolombardo im Trentino herstellt, haben die Traube aus der Vergessenheit und in die Spitze der italienischen Rotweine katapultiert. Sie habe jedoch Lust auf eine neue Herausforderung gehabt und wollte ihr Leben lang nicht nur mit Teroldego arbeiten, so erzählt man sich. 

Marco und das Team von Ampeleia

Die Suche nach dem richtigen Ort für das Weingut

Also machen sich die drei Freunde auf die Reise und kundschaften über mehrere Jahre verschiedenste Regionen und Ecken Italiens aus um die ideale Region und (Wachstums)Bedingungen für Ihren Wein zu entdecken. Fündig werden sie schließlich in der Maremma, einer weniger bekannten Region in der südlichen Toskana, als sie die Suche schon fast aufgegeben hatten. Nahe der Ortschaft Roccatederighi, etwa 30km vom Mittelmeer entfernt in den Hügeln der Maremma gelegen, kaufen sie ein altes Weingut mit 7ha Reben inmitten endloser Eichen- und Kastanienwälder. Sie taufen das ‘neue’ Weingut auf den Namen Ampeleia, nach dem altgriechischem “Ampelos = Rebstock”. 

Begeistert von der Vielfalt der lokalen Böden, den unterschiedlichen Höhenlagen und den damit einhergehenden Mikroklimata stellt Elisabetta ein Team um den jungen und aufstrebenden Önologen Marco Tait, den sie aus ihrer südtiroler Heimat kennt, zusammen. Nach einem ausgiebigem Studium der verschiedenen Böden sind heute insgesamt 54(!) verschiedene Parzellen auf 35 Hektar verteilt – ein enormer Fokus auf die Gegebenheiten, aber auch gleichzeitig ein ungeheuer großer Aufwand. 

Die Weine von Ampeleia:

Ampeleia: Die Rebsorten

Bei Ampeleia werden derzeit sieben verschiedene Rebsorten angebaut: Cabernet Franc (50%) und Sangiovese (20%) machen den Hauptteil aus, Grenache, Mouvèdre, Alicante, Marsellane und Carignan machen die verbleibenden 30% aus. Die sieben Rebsorten tragen alle einen wichtigen Teil zum Großen Ganzen bei: Der Cabernet Franc mit seiner charakteristischen Balance aus Frucht, Würze und Eleganz; Sangiovese mit der für die Toskana so üblichen Frucht- und Kräuternote; Grenache mit seinen Himbeer- und Minzenoten; Mouvèdre mit seinen Lorbeernoten und animalischen Anklängen; Oder Alicante, der mit seinem tiefroten Rubin den Weinen von Ampeleia ihre charakteristische Farbe und Funkeln verleiht.

Die sieben Rebsorten ergeben gemeinsam eine fantastische önologische Synergie. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Außerdem ist sieben eine schöne, magische Zahl.

Marco Tait & Elisabetta Foradori

Jede der Rebsorten ist nach langer und eingehender Planung in eine der 54 Parzellen in den drei verschiedenen Höhenlagen des Weinguts gepflanzt worden. Und hier stehen sie eng beieinander: 7000-8000 Reben pro Hektar wurden im Durschnitt gepflanzt, um eine natürliche Konkurrenz der Pflanzen und somit fruchtkonzentriertere Trauben zu erzeugen. 

Rocca – welch ein Panorama

Die Weinberge und Weine von Ampeleia

Im obersten Teil des Weinguts, Ampeleia di Sopra, auf 450 bis 600 Metern über dem Meeresspiegel steht überwiegend Cabernet Franc. Die relativ hohen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie die bis hier oben reichende Brise vom Meer kühlen die Trauben und sorgen für ein optimales Mikroklima, in dem selbst in der Toskana eine beeindruckende Frische und kühle Frucht in den Trauben entsteht. 

Der mittlere Teil, Ampeleia di Mezzo, gelegen auf ca. 250 bis 350 m.M. und näher zum Meer, ist mit Sangiovese, Grenache, Alicante und Mouvèdre bepflanzt. Umgeben von Korkeichen und Olivenbäumen mit Blick auf das Meer finden die Trauben auch hier optimale Bedingungen auf dem meist wasserdurchlässigen, roten Tonböden. “Hier bekommen unsere Weine ihre Feinheit und Eleganz”, so Marco Tait. 

Die wunderschönen Weinberge bei Pieve

Der unterste Teil, Ampeleia di Sotto, vereint auf 15 Hektar auf um 200 m.M. die gleichen Trauben wie im mittleren Teil. Jedoch stehen sie hier auf lehmigen Tonböden und die Temperaturen sind um einige Grad höher als in den anderen Lagen. Die Weine bekommen hier ihre ‘warme’ Frucht und Körper.  

Da die 54 einzelnen Parzellen einzeln (!) zum idealen Reifezeitpunkt per Hand gelesen werden, kann sich die Ernte gerne mal über eineinhalb Monate hinziehen. Los geht es meist mit Grenache in Ampeleia di Sotto Anfang September, der Cabernet Franc in Ampeleia di Sopra ist Mitte bis Ende Oktober das große Finale. Auch im Keller werden die Parzellen streng getrennt und einzeln vergoren. Hierbei kommen sowohl Stahltanks, Betontanks und Holzfässer, je nach Rebsorte, zum Einsatz – ein Aufwand der seinesgleichen sucht. Im Anschluss an die Gärung werden die sieben Grundweine zunächst jeder für sich bereitet, dann für den Ampeleia, das Flagschiff, zweimal assembliert (“zusammengemischt”), einmal im Mai, ein weiteres Mal im Dezember. Erst nach weiterer Fass- bzw. Flaschenreife kommen die Weine in den Handel. 

Unser Fazit

Mit ihrer Kühle und Frische sind die Weine von Ampeleia merklich in den Alpen verortet, die Wärme der Toskana nehmen sie aber wunderbar an. In der meist von mittelmäßigem, marmeladigem und nicht gerade spannendem Wein geprägten Maremma stellen diese Weine eine außerordentliche Überraschung dar: Mit viel Liebe, ausgezeichnetem Handwerk und einer Detailversessenheit werden hier Weine erzeugt, von denen sich viele Winzer*innen eine Scheibe abschneiden könnten. Wir bei Forever Thirsty sind restlos begeistert.

Icaro

Icaro

Wenn vier Römer und zwei Landwirte sich zusammentun, um Wein zu machen – kommt was
dabei raus? Richtig: Unglaublich leckere und überraschend andere Weine. Bei Icaro werden
nur lokale Bio-Rebsorten zu Wein verarbeitet. Wenig Eingriff, nur hier und da mal probieren
und dem Wein zusehen. Keine Filtration und keine Schönung, sondern Weine mit Charakter.
Rock’n’Roll auf der Zunge! Die Jungs von Icaro sind bisschen verrückt, die Weine unglaublich gut. Überzeug Dich selbst!

Sprungbrett

4 junge Römer gründen Icaro

Latta in Rom. Ein hippes Lokal im Viertel Ostiense. Sie fermentieren selbst ihren Kombucha
und servieren lokale Köstlichkeiten. An einem Abend verabreden sich die vier Kumpels Gianmarco,
Rocco, Fabio und Luca zu einem Ausflug in die malerische Gegend südlich von Rom: Die “Castelli Romani”. Diese Gegend ist vor allem bekannt für ihre traumhafte Landschaft. Sanfte Hügel voller Biodiversität, vulkanische Seen, in die man einfach nur reinspringen möchte, und hier und da ein paar Weingärten. Die Stunde von Icaro schlägt genau hier. Die vier verlieben sich Hals über Kopf in die Weingärten von Egidio und Paola, zwei älteren Weinbauern mit Herz für die Natur. Ein paar gemeinsame Gläser Wein und voilá – Icaro war geboren.

Die Weine von ICARO:

Die Renaissance des Weins bei Icaro

Im Grunde kann das ja nicht so schwer sein: Fermentieren können sie, Trauben haben sie gefunden, alles ist ungeplant, die Gegend nicht bekannt für ihre Weine – ergo: Ideale Voraussetzungen für eine Schnapsidee! Icaro ist so wie wir. Ein. bisschen crazy, naturverliebt, mit dem Willen Dinge verändern zu wollen. Und vor allem für jeden da, der mit auf die wilde Reise möchte. Die vier haben sich zur Aufgabe gesetzt eine Art Renaissance des Weines der Castelli Romani herbei zu führen. Gerade in den letzten Jahrzehnten ist die Gegend in Verruf geraten und bei den Italienern ein bisschen als “unterklassiger” Wein degradiert worden. Sie wollen dem Wein hier neues Leben einhauchen, neue Energie und vor allem ein neues Image. Die Kraft, Power, das Terroir der Castelli Romani, wie sie selbst sagen, “einfach in die Flasche bringen”.

“Die Trauben sind schön, unsere Beine stark und die Sonne steht prall am Himmel. Es wird nicht einfach sein und wir werden auch wahrscheinlich keinen Erfolg haben, aber das ist Icaro: Sich verzaubern lassen von der Schönheit deiner Träume.”

Icaro

Vulkanische Böden in den Weingärten bei Icaro

Die Castelli Romani, eine halbe Stunde Fahrt von der ewigen Stadt entfernt, sind ein Ort zum dahinschmelzen. Zypressen, Eichenwälder und verschiedenste Vegetation wohin das Auge reicht. Diese Gegend bildet einen wichtigen Lebensraum für Säugetiere wie Wölfe, Füchse und Marder, aber auch eine Vielzahl von Greifvögeln und Reptilien. Diese Biodiversität ist genau das, was so wunderbar in Symbiose mit Traubenanbau funktioniert. Die Monokultur der Weintrauben ist hier Geschichte, kleine Projekte wie Icaro zeigen den Weg in die Zukunft. Weingärten umgeben von 250 Hektar Waldlandschaft. Was aber für den Weinbau so wichtig ist, sind hier die Böden. Vor knapp 630 Tausend Jahren entstanden die Colli Albani und ihre Seen aus den alten Vulkanen des Latiums. Was wiederum bedeutet, dass die Trauben auf vulkanischen Böden wachsen – und dem Wein so automatisch eine unvergleichliche Frische und Mineralität mitgeben.

Icaro setzen nur auf autochthone Reben

In Velletri, auf insgesamt zwei Hektar in den Gärten von Egidio und Paola, ist der Boden eine Komposition aus Lehm und vulkanischen Sand. Ideal für die einheimischen Sorten Malvasia di Candia, Trebbiano und Nero Buono. Vor allem letztere ist generell eher unbeliebt in dieser Gegend und dient meist nur als Mischungspartner für Sangiovese oder andere bekannte Sorten. Bei Icaro aber nicht. Einfach mal zocken, meint Fabio. Eine Traube, die sehr dichte und tanninhaltige Weine produziert, in einen sehr trinkigen Rotwein für alle Umstände wandeln? Nicht ganz einfach. Aber wie wir bei Icaro sehen, absolut möglich. Denn Icaro’s Devise ist Naturwein nicht nur für Eliten, nicht für hippe City-Bewohner, sondern einfach für jeden zu machen. Wie sie sagen: “Vino popolare!”. Die Weingärten werden biologisch mit bio-dynamischen Elementen bearbeitet. Tees, Infusionen, Homöopathische Mittel sowie Propolis werden verwendet, um den Reben ein bisschen Unterstützung zu geben. Natur hilft Natur sozusagen.

Bei Icaro passiert im Keller nur das Nötigste

Und so, ohne viel Vorwissen wie man Wein dann tatsächlich macht, haben sie sich mit viel Demut an das. Thema gewagt. Klar, Basiswissen durch die Fermentationsarbeit bei Latta in. Rom hatten sie schon, aber Wein ist nunmal doch eine ganz andere Welt. So machen sie Wein, lernen jeden Tag dazu. Die Trauben werden nur manuell geerntet, mit Hilfe von Freunden versteht sich. Dann werden sie in Genzano, in Icaro’s Keller, sowohl in Glasfasertanks als auch in zwei Amphoren fermentiert. Icaro filtriert nicht und schönt nicht, im Endeffekt machen sie nur das Nötigste. So, wie es sich für Naturwein eben gehört. Auf die Flasche kommt ein klitzekleiner. Hauch an Schwefel um Nachts besser schlafen zu können, aber das ist auch schon alles. Abgefüllt wird nach dem Mondkalender.

Die Weine von Icaro

Nemico

Der Nemico (auf italienisch Feind) ist absolut nicht feindselig! Er erhält seinen Namen vom See Nemi in den Castelli Romani, weil man vom Keller den See betrachten kann. Dort verknallten die Jungs sich Hals über Kopf in das Projekt. Folglich ist Nemico auch der Wein, der sie am besten charakterisiert. Die Malvasia di Candia, eine alte hellenische Sorte, die die Griechen ins Latium brachten, und der Trebbiano fermentieren im Glastank. 30% der Trauben aber haben über Nacht etwas Schalenkontakt, bevor sie zum Rest des Saftes abgepresst kommen. Ein Wein so frisch und fruchtig, dass er nach Urlaub pur schmeckt. Eben nach den Castelli Romani.

Operaio

Auf Italienisch der Arbeiter. Der Name ist Programm hier: Ein Anti-elitärer Rotwein, der für jeden da ist. Wie Fabio sagt: “Ein echter Arbeiterwein, gemacht mit Hand und Herz”. Der Nero Buono (rote Trauben) wird separat zu den Malvasia und Trebbiano Trauben (beide weiß) im Glastank vergoren. Erst kurz vor dem Abfüllen werden die Säfte gemischt. So entsteht ein trinkiger, süffiger Rotwein, der einfach nur Freude macht.

Sciabbarabba

Ein weiteres Experiment der vier verrückten Jungs. Nicht nur, dass hier etwa 30% des Nemicos verwendet werden, sondern dieser wird noch aufgefrischt mit einer ordentlichen Portion Nero Buono, Trebbiano und Malvasia. Alle Weine haben separat etwas Schalenkontakt und werden erst kurz vor dem Abfüllen vermischt. Ein Wein, der irgendwo zwischen dunklem Rosé und hellem Rotwein zuhause ist. Macht unheimlich Spaß.

Nicht nur der Geschmack ist toll, auch die Labels können sich sehen lassen

Icaro: Unser Fazit

Icaro’s Naturweine machen ernsthaft Spaß. Flasche auf und die Party im Mund beginnt. Die vier Jungs sind mit Icaro eine Wette eingegangen, die erfolgreich sein wird. Denn der Wein, die Weinbauern und ihre eigene Überzeugung und harte Arbeit verbinden die besten Atribute: Energie, Liebe, Leidenschaft und eben ein bisschen Crazyness.

GRAWÜ

Kühle Luft aus den Alpen, steile Terrassen von Wein – Hier vinifiziert die Familie GRAWÜ. Die beiden haben viel Erfahrungen auf Weingütern in der ganzen Welt gesammelt und dann Südtirol als ihren Favorit zur Gründung eines eigenen Betriebes auserkoren. Für beide ist Südtirol ein fremder Ort, der Anschluss ist zu Beginn nicht ganz einfach. Die beiden nutzen dies als ihren Vorteil: Sie können Weine, ganz ohne irgendwelche Konventionen oder Kritik, herstellen. Genauso schmecken sie auch: unverfälscht und individuell und anders als der typische südtiroler Vernatsch oder Lagrein. Einfach wunderbar, spannend und immer zum nächsten Schluck einladend.

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Leila und Dominic

Das Akronym GRAWÜ

Leila Grasseli und Dominic Würth, zwei charismatische Menschen, leiten das Weingut Grasseli & Würth in Südtirol. Das Akronym GRAWÜ ist also eine Abkürzung für die Nachnamen der Italienerin und des Deutschen. Seit 2018 ist das Weingut GRAWÜ biologisch zertifiziert, biologisch gearbeitet haben sie jedoch von Beginn an. Ihre Weinreben wachsen auf steilen Terrassen bei Meran und um Bozen und Trient herum. Viele der Weinberge haben eine für Südtirol typische Pergolaerziehung, also ein Dach aus Reben über dem Weinberg. Bei der Bewirtschaftung achten die beiden darauf, den Boden möglichst gering zu belasten und so selten wie möglich Kupfer oder Schwefel zu spritzen. In guten Jahren müssen sie sogar nur einmal mit dem Traktor durch den Weinberg fahren

„Die Idee ist, zu experimentieren und neue Geschmackshorizonte zu entdecken.“

D. Würth

Alpine Naturweine von Leila und Dominic:

Authentizität und Schalenkontakt

Die Etiketten von GRAWÜ bleiben im Köpf hängen, so simpel aber gut: Der Blick von oben auf eine Maischegärung weißer Trauben. So auch die Maximen der beiden: Diese sind Authentizität des Geschmacks und eine mehr oder weniger lange Maischevergärung, oft mit ganzen Trauben. Besonders die weißen Weine bekommen dadurch ein einzigartiges Aroma. Die Weine von GRAWÜ sind spontan vergoren, ohne den Zusatz von Reinzuchthefen und haben nur sehr geringe Schwefelzugaben. Das Resultat: dynamische Weine. Jeder Schluck anders als der Vorherige. Und wow, was für leuchtende, frische, intensive Farben sehen wir da im Glas! Ein voller Gaumen, präsente Tannine.

Der lange Weg zum eigenen Keller

Die Weine von GRAWÜ gibt es noch nicht lange, erst seit 2018 mischt die Familie im Weingeschehen des Vinschgaus in Südtirol mit. Zuvor arbeitete Dominic Würth im organischen Weingut Stachlburg in Südtirol. Dort experimentierten Leila und Dominic in einer Ecke des Kellers mit ihren ersten Weinversuchen. Sie schauten was aus natürlichen Hefen, gesunden Trauben, Zeit und Ruhe alles entstehen kann.

Rebflächen gibt es im Vinschgau nicht sehr viele, nur 76 Hektar. Die Rebsorten, die GRAWÜ anbaut und verarbeitet sind Chardonnay, Pinot Grigio, Pinot Noir (hier in Südtirol Blauburgunder genannt) und Gewürztraminer. Zusätzlich bauen die beiden auch noch PIWIS, also Pilzwiderstandsfähige Rebsorten an. Diese sind oftmals Kreuzungen bekannter Trauben und deutlich weniger anfällig für Krankheitsbefall. Die Weinberge sind 350 bis 500 Meter über dem Meeresspiegel und thronen auf Kalk und Granit Böden. Die Höhe und die kargen Böden führen zu erstaunlich frischen Weinen was gepaart mit dem Ausbau in großen Akazien- und Eichenholzfässern zu einer tollen Balance führt.

“Ein Zauberer der Mazeration, …, Die Weine sind niemals eintönig, schwierig oder hart, sondern saftig, direkt und tief, präzise (ja), köstlich und packend.”


SLOW Wine Führer, 2020

Unser Fazit


Wir bei Forever Thirsty sind restlos überzeugt von den tollen Weinen, die Leila und Dominic herstellen. Seien es der knackig frische Pinot Grigio oder Chardonnay, der wunderbar orange Gewürztraminer oder der einfach fantastische Pinot Nero. Alles Weine, die ihre eigene Sprache sprechen: Individuell, kraftvoll, überzeugend. Und so interessant, wie Weine aus Südtirol schon lange nicht mehr waren. Einfach erfrischend.

Tröpfltalhof

Kompromisslos: Das heißt, die höchstmögliche Qualität aus dem Weinberg rausholen und kombinieren mit der Eleganz der Ton Amphoren. Ein Ensemble, welches man nur in Mitten der Alpen auf dem biodynamisch arbeitenden Tröpfltalhof findet. Einer der einzigartigsten Sauvignon Blancs der Erde. Er bleibt 7 Monate auf der Schale – beim Tröpfltalhof eine Selbstverständlichkeit. Genauso wie eine ganzheitliche Landwirtschaft nach Rudolf Steiner, dem Gründer der Biodynamie, in Kombination mit Tieren, Wein und Äpfeln.

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Tröpfltalhof: Ein Paradies am Kalterer See

Möchte man den Tröpfltalhof besuchen, so erwartet einen ein wahres Naturspektakel vor Ort. Die Reise führt einen mitten in die italienischen Alpen nach Südtirol. In dem wunderschönen kleinen Bergdorf Kaltern liegt etwas oberhalb der Tröpfltalhof. Von hohen Bergen umzingelt, in Blickweite der Kalterer Sees, laufen Hühner und Schafe glücklich durch die Rebzeilen. Im Garten werden Obst und Gemüse angebaut. Weiter unten im Tal sieht man Traktoren durch die Apfelanlagen fahren.

Das beschauliche Weingut leitet seinen Namen vom Tröpfltal ab. Ein kleines Tal, welches direkt hinter dem Weingut liegt. Geprägt durch einen kleinen, feinen Bach, der nur so vor sich dahintröpfelt. Genauso elegant und zeitlos wie die Weine von Andreas.

Der Tröpfltalhof ist ein ganzheitlich biodynamisch arbeitender Betrieb. Nach Demeter-Richtlinien produziert Andreas hier mit seiner Familie neben Mais und Äpfeln Weine von absolut höchster Qualität. Die Erträge werden bewusst gering gehalten und der Lesezeitpunkt spät gewählt um das Potential der Aromatik zu steigern. Neben Cabernet Sauvignon, Merlot, Viognier, hat sich Andreas vor allem auf den Anbau von Sauvignon Blanc konzentriert. Ein Großteil der Arbeit geschieht von Hand, nur absolut notwendige Arbeiten werden von Maschinen erledigt. Viele helfende Hände sind von Nöten, weshalb die gesamte Familie mit anpackt.

Die wundervollen Weine vom Tröpfltalhof:

Auf dem Tröpfltalhof gibt es mehr zu entdecken

Wein natürlich – ist die Devise auf dem Tröpfltalhof. Auf dem Demeter zertifizierten Hof werden nicht nur Reben nach biodynamischen Prinzipien angebaut. Andreas Bruder Hannes kümmert sich hauptsächlich um die biodynamischen Äpfelanlagen rund um den Kalterer See. Außerdem bewirtschaftet die Familie neben Mais- und Kartoffelfeldern, diverse weitere Obstbäume, Gemüse aus den Garten sowie Hühner und Schafe. Diese prägen den Hoforganismus und liefern wertvollen Kompost für die Böden. Eine essentielle Grundlage für jeden biodynamisch arbeitenden Betrieb und ein Qualitätskriterium welches man schmeckt.

Gesünder als bei Andreas kann ein Weinberg eigentlich nicht aussehen

Es ist ein wahrer Traum an Landwirtschaft. Eine Faszination, dass es heute überhaupt noch derartige Betriebe zu finden gibt. Ein vollends biodynamisch arbeitender Betrieb, der eine Vielzahl an landwirtschaftlichen Produkten anbietet und eine gesamte Familie versorgt, eine wahre Rarität. Wer dieses Paradies genauer begutachten möchte, dem empfehlen wir sehr die hofeigenen Ferienwohnungen, ganz unter der Obhut von Andreas Frau Rosemarie.

„Die einzige Pumpe in unserem Keller findet man in der Hydraulik des Aufzugs.“

Andreas

Nach der Ernte per Hand, werden die Trauben direkt im Keller unter dem Wohnhaus vinifiziert. Und dieser Keller hat seine ganz eigene Beonderheit. Bestehend aus drei Etagen ist es somit möglich auf jegliche Pumpvorgänge zu verzichten. Dies hat den Vorteil, dass der Wein wenig gestört wird und die Produktqualität sehr hoch bleibt. Jegliche Pumpvorgänge bedeuten immer ein Qualitätsverlust in der Weinbereitung. Verzichtet man auf Pumpen – was nur in wenigen Weinkellern möglich ist – wirken kaum Scherkräfte auf den Wein und die Qualität bleibt sehr hoch. Somit befindet sich keine einzige Pumpe im Keller des Tröpfeltalhof – eine wirkliche Seltenheit in der Weinwelt.

Im Keller gären alle Weine ohne jegliche Hefezusätze und auch sonst werden keine Fremdstoffe hinzugefügt hinzugefügt. Ebenso auf eine Filterung vor dem Abfüllen wird verzichtet. Lediglich leichte Zugaben von Schwefel werden für eine stabile Flaschenabfüllung verwendet.

Die magischen Amphoren

Andreas arbeitet schon seit Beginn seiner Tätigkeiten mit spanischen Amphoren. Allerdings in Italien am Gardasee von Tava hergestellt. Diese ermöglichen ihm es, den Wein in dem natürlichen Rohstoff Ton reifen zu lassen. Er ist überzeugt davon, dass nur so ein harmonischer Wein reifen kann, hatten ja bereits die Wurzeln der Reben im Boden Kontakt mit diesem Rohstoff.

Andreas in seinem Weinkeller

Da Ton in kleinen Mengen durchlässig für Sauerstoff ist, erhält der Wein während der Gärung und Reifung eine leichte Mikrooxigenierung. Dieser Kontakt des Weins mit sehr geringen Mengen Sauerstoff bringt vor allem während der Gärung einen klaren Vorteil: Sauerstoff ist unglaublich förderlich für das Hefewachstum und lässt somit die Gärung besser und schneller durchlaufen. Aber auch nach der Gärung, während der Reifung, hat die Mikrooxigenierung einen Einfluss auf die Qualität des Weines. Durch den geringen Sauerstoffeintrag wird die Aromatik des Weines verändert. Weinfehler, die durch zu ein zu stark reduktives Millieu (zu wenig Sauerstoff) entstehen, werden vorgebeugt und leicht oxidative Aromen gefördert. Es entstehen unglaublich komplexe Weine mit einer wunderbaren Aromatik, die an Orangenschalen, Mango, gebrannten Karamell oder Mandel erinnern lässt.

Der Spitzenwein von Tröpfltalhof “Garnellen” liegt sogar insgesamt 7 Monate auf der Maische in der Amphore, wird dann abgepresst und reift nochmals für weitere 14 Monate in der Amphore. Während der Maischestandzeit werden Farbstoffe, Aroma und Tannine aus den Schalen gelöst und bieten so – im Gegensatz zu direkt gepressten Weinen – eine unglaubliche vielschichtige komplexe Aromatik beim Genießen. Dennoch bleiben die Weine von Tröpfltalhof unglaublich fein und präzise. Tannine, die einem unbalanciert oder gar wuchtig erscheinen, findet man hier vergebens. Ein unglaublicher tiefsinniger Sauvignon Blanc, den Ihr so wahrscheinlich noch nie getrunken habt.

Unser Fazit

Was soll man noch groß sagen? Die Weine vom Tröpfltalhof sind einfach Weltklasse. Was Andreas sich mit seiner Familie am Kalterer See aufgebaut hat, sucht seines gleichen. Hier wird der biodynamische Gedanke vollends gelebt, sich auf fantastische Qualität fokussiert und komplett nachhaltig gewirtschaftet. Viele andere Winzer*innen in Südtirol könnten sich hiervon eine Scheibe abschneiden. Wir lieben die Weine von Andreas, da sie einerseits so filigran und zugänglich sind, andererseits eine unglaubliche Komplexität mitbringen. Eine Balance, die nur ganz wenige Winzer hinbekommen. Wer das nicht probiert ist selber schuld.

Cantina Giardino

Was hier in den Hügeln Kampaniens passiert, sucht in Süditalien seinesgleichen. Antonio und Daniela haben sich mit ein paar Freunden einen Mikrokosmos geschaffen, in dem sie fantastischen Naturwein aus alten, lokalen Rebsorten produzieren. Alles natürlich à la naturel, ohne chi chi oder Zusätze.

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Wein aus den Hügeln Kampaniens

Das Projekt von Antonio di Gruttola und Daniela de Gruttola ist eine Geschichte von Freundschaft, einer Leidenschaft für handwerkliche Weinbereitung mit den ursprünglichen Trauben Kampaniens und einer tiefen Überzeugung das Richtige zu tun: Wein zu produzieren, der Spaß macht. Hoch in den Hügeln Kampaniens, im Herzen des traditionsreichen Weinanbaugebiets Irpina, bewirtschaften Antonia und Daniela gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden heute circa 7 Hektar Weinberge, auf denen bis zu 100 Jahre alte Reben der autochthonen Sorten Kampaniens wachsen. Aus Coda di Volpe, Greciano und Falanghina entstehen trinkige, griffige Weißweine, aus Aglianico, Coda di Volpe Rosso oder Piedirosso saftige Rosatos und leichte bis komplexe Rotweine. Die Energie, die Antonio und Daniela bei allen ihren Weinen auf die Flasche bringen, lässt sich schwer in Worte fassen – ein Muss für jeden Naturweinfan.

Die besten Naturweine von Cantina Giardino:

Autochthone Rebsorten = Super Wein

Die Geschichte von Cantina Giardino nimmt ihren Lauf im Jahr 1998. Antonio, der Önologe im Kollektiv von Cantina Giardino, ist frustriert von der Weinbereitung die seit Jahren auch im Süden Italiens Einzug gehalten hat. Internationale Weinexperten und -berater preisen die Vorzüge der großen, internationalen Rebsorten (Cabernet Sauvignon, Chardonnay, etc.) und ihrer technologisch kontrollierten Herstellung an. Viele Winzer springen damals auf den Zug auf, nicht jedoch Antonio. Er beginnt im heimischen Keller und Garage seine ersten Experimente mit einem naturnahen Ausbaus heimischer, autochthoner Rebsorten. Seine Leidenschaft für die ‘alten’ Sorten Kampaniens und die Überzeugung, dass ein Wein begleitet statt bearbeitet werden muss, treiben ihn an.

“Wir verstehen uns als Liebhaber einer Weinbereitung, die mit den Rhythmen der Natur einhergeht und ein intimer Ausdruck der Geschichte unseres Terroirs ist”

Die wunderschönen Trauben von Cantina Giardino

Was als Experiment beginnt, nimmt in den kommenden Jahren Form an. Gemeinsam mit seiner Frau Daniela und einer kleinen Gruppe von Freuden mit der gleichen Überzeugung ist es dann im Jahr 2003 soweit: Die Gründung der Cantina Giardino. Gemeinsam verfolgen Antonio, Daniela und ihre Freunde drei Ziele. Erstens, den Erhalt der autochthonen Rebsorten Kampaniens, die aufgrund der Internationalisierung nahe der Ausrottung waren. Zweitens, den Erhalt der Biodiversität in den Weingärten und Feldern um Irpina, die stark unter dem Einsatz von Pestiziden gelitten hat. Letztens, nicht nur ihre umliegenden Nachbarn, sondern auch im weiteren Umfeld Weinbauern und Landwirte von den Vorzügen biologischer und nachhaltiger Bewirtschaftung zu überzeugen.

Vom Betonei bis zur Amphore

Zu Beginn nur mit paar kleinen eigenen Parzellen, suchen Antonio, Daniela und ihre Freunde in der gesamten Region Irpina nach alten Winzern und Landwirten, die noch die alten Rebsorten auf den vulkanischen Böden Kampaniens biologisch anbauen. Neben Greciano, Fiano und Falanghina, drei relativ bekannten Rebsorten Kampaniens, finden sie unter anderem auch Coda di Volpe, eine nahezu vergessene Weiß- und Rotweinsorte. Aus den weißen Trauben entstehen in der Cantina sehr charaktervolle Weine beim Ausbau im Stahltank, Fiberglass, Beton, Amphore oder lokal produzierten Kirsch- und Kastanienholzfässern. Antonio lässt sich hierbei von seinen Trauben leiten und inspirieren. Für keinen seiner Weine gibt es ein ‘Rezept’, das er jedes Jahr wieder anwendet. Ganz im Gegenteil, Antonio entscheidet erst bei der Ernte im Herbst wie er welche Trauben ausbaut und lässt sich ganz gezielt von der Natur leiten. Da kann es schon mal sein, dass der Fiano nach 2-wöchiger Mazeration ein Jahr in der Amphore reift, im kommenden Jahr aber nur 6 Monate im Betonei liegt. Alle Weine sind unverkennbar vom Cantina Giardino Stil geprägt: Unheimlich saftig bereiten sie einen riesen Trinkspaß, ihr Grip, entstanden durch den immer eingesetzten Schalenkontakt, vermittelt Charakter, die Rebsorten zeigen die interessante Kombination aus Steinobst und Kräuternoten. Einfach unverkennbar.

“Unsere Leidenschaft war nicht von den Trends geleitet, wir mochten Wein und mögen ihn noch heute und er ist ein grundlegender Bestandteil unseres Lebensstils. In gewisser Weise haben wir alles darum herum aufgebaut.”

Aus Coda di Volpe Rosso und Aglianico, in gewissen Jahren auch mit einem kleinen Anteil Primitivo, entstehen fantastische Rosatos und Rotweine. Ähnlich wie die Weißweine sind die Rosatos auch extrem trinkig und frisch, lassen sich aber auch wunderbar zu Antipasti kombinieren. Apropos, einige Weine sind bei Cantina Giardino nur in Magnums (1.5L) zu erhalten – die Flaschengröße, die bei den Weinbauern in Irpina auf den Tisch kommt.

Antonio mit seinen Amphoren und Betoneiern

Die Rotweine werden nahezu ausschließlich aus Aglianico hergestellt. Unterschiedlich lang und in verschiedenen Gefäßen mazeriert entstehen so Weine von unterschiedlicher Komplexität, die jedoch immer von tiefroten Beeren und einer unverkennbaren Würze geprägt sind. Beim ‘Le Fole’ werden die Trauben ca. 40 Tage mazeriert und dann ein Jahr in einer Mischung aus Holz und Stahl ausgebaut; es entsteht ein mittelkräftiger Rotwein, der trinkig, beerig und kräuterig ist. Beim ‘Nude’ hingegen kann sich der Ausbau über mehrere Jahre in verschiedenen Holzfässern hinziehen, nach einigen weiteren Jahren Flaschenreife kommt dann ein komplexer, anspruchsvoller, zugleich inspirierender Rotwein ins Glas.

Unser Fazit

Antonio und Daniela verkörpern für uns das Terroir, die Geschichte und Weinbereitung Kampaniens wie keine anderen. Die Verwendung alter, lokaler Rebsorten und ihre daraus entstehenden saftigen, trinkigen und ernsthaften Weine haben uns bei Forever Thirsty zu riesen Fans gemacht. Wir sind einfach nur begeistert. Egal ob es eine Magnum zum Mitnehmen auf die nächste Hausparty, oder ein toller Wein zu einem Abendessen mit Freunden oder Familie sein soll, bei Cantina Giardino findet sich immer etwas. Ausprobieren ist ein absolutes Muss!