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Calogero Caruana

Calogero Caruana

Italien
Sizilien

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Calogero Caruana: Weine wie die Seele Siziliens

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Italien, Sizilien

Torre Salsa Reserve

Wie ein gewisser Goethe einst schrieb: “Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele: hier ist erst der Schlüssel zu allem.“ Sizilien ist wild, rau, intensiv, voller Farben, voller Emotionen. So sind die Weine von Calogero Caruana. Im mittleren Westen der Insel liegen Calogero’s Weinberge und sein Olivenhain, ganz in der Nähe der Küste. Im Weinberg kann man die Wellen fast anfassen. Dort führt er fort, was ihm von seinem Großvater vererbt wurde. Wir sind restlos begeistert, Euch den Wein von Carolego präsentieren zu dürfen.

Sprungbrett

Montallegro und Stefano Amerighi

Stefano Amerighi, ganz genau. Bei dieser Koryphäe des naturbelassenen Weinbaus hat Calogero nämlich sein Handwerk gelernt. Er verließ sein wunderschönes Sizilien, um bei Stefano Amerighi in Cortona alles über die Welt des exquisiten Naturweines zu lernen. In Cortona, dort blieb er drei Jahre. Mit dieser wahnsinnigen Erfahrung im Gepäck kehrte er nach Montallegro in der Provinz Agrigento auf Sizilien zurück. Dort übernahm er das Weingut seines Großvaters und baut nun auf 5 Hektar Gesamtfläche autochthone Reben, Mandeln und Oliven an.

5 Hektar Liebe

Die Reben sind hier hauptsächlich Inzolia, auch Ansonica in Mittelitalien genannt, und Catarratto. Dazu baut er auch Grillo und seit ein paar Jahren erst Nero D’Avola an, von dem es dieses Jahr den ersten Wein gibt. Weinbau ist in dieser schroffen Gegend nicht selbstverständlich. Die angrenzenden Weingärten wurden über die Jahre Stück für Stück in Olivenhaine umgewandelt. Das lag vor allem daran, dass der Wert der lokalen Inzolia Traube so stark gesunken war, dass Weinbauern auf Oliven und Olivenöl Produktion umstellen mussten. Für ein Kilo Inzolia, der an die lokale Kooperative verkauft wurde, gab es auch zeitweise nur 30 Cent, was absolut keinen gesunden Lebensstandard schaffen kann. Doch nicht Calogero. Kommt nicht in die Tüte! Denn das ist ein Stück Geschichte, Geschichte dieses Landes. Die Inzolia-Reben sind über 50 Jahre alt und tragen die schönsten Früchte.

Sizilen, das Meer und Inzolia

Um zu Calogero zu gelangen, fährt man entlang einer kurvigen Straße von Montallegro Richtung Meer. Den Keller und sein Wohnhaus hat Calogero nämlich in der kleinen Ortschaft Montallegro, die am Nachmittag einer Stadt aus dem Wilden Westen eines Sergio Leone Films gleicht. Es ist einfach zu warm, um auf den Straßen zu sein im Sommer. Auf der kurvigen Straße nimmt man dann eine Abzweigung in die “Riserva Naturale Torre Salsa“. Rechts geht’s direkt zum atemberaubenden Strand von Torre Salsa, links entlang vieler mediterraner Büsche zu Calogero’s Weinberg. Die Farben sind ein Spektakel: Das Orange des Sanddorns, gelbe kleine Blüten wohin das Auge reicht, das Meer glitzert in verlockenden azurblauen Tönen. Für alle anderen Sinne ist es ebenfalls ein Erlebnis.  Der weiche Wind des Meeres streift mit salzigem Tönen über die Haut und über die Reben. Es duftet intensiv nach Mandelblüten und Pfirsichen. „Wie kann da der Wein nicht gut werden?“, sagt Calogero. Wir waren mitgenommen vom ersten Moment und wussten, dass aus diesen Trauben ein ganz spezieller Saft kommen würde.

Terroir, Territorio, Terra

Die Weinberge für die weißen Rebsorten sind auf einem kleinen Plateau angesiedelt. Die Böden sind trocken und beige. Es regnet unglaublich wenig. „Das letzte Mal war April und wir haben jetzt Juli, es wird jedes Jahr dürrer!“ Sand und Kalkstein dominieren hier die Komposition. Der Nero D’Avola ist auf Terrassen mit vornehmlich Kalkstein angebaut. Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse zaubert die Natur immer wieder wundervoll schöne Trauben an die Rebstöcke. Calogero’s Ziel ist es dann auch, Weine zu machen, die den Geist dieses Landes so charakterisieren, dass die trinkenden Personen direkt das Gefühl bekommen, in Montallegro vor seiner Haustür zu stehen und den Sonnenuntergang über der Riserva Naturale Torre Salsa zu beobachten während der Duft von Mandelnougat und Rosmarin die Luft füllt.

Calogero Caruana – Old but new

Inzolia reloaded, aber old school

Als Calogero aus der Toskana zurückkam, versuchte er auf verschiedene Wege die Trauben zu verarbeiten. Direktpressung, Holzfass, Stahltank. Die Weine waren technisch wunderbar, aber es fehlte der Esprit, das Gewisse etwas. Da kam ihm die Erinnerung, dass Großvater Caruana den Inzolia Trauben etwas Maischestandzeit gab und sie im offenen Zementtank fermentierte. Denn in Montallegro ist die Präsenz von Flor, eine Hefebakteriendecke, die besonders vorherrschend in Sherrygebieten in Spanien ist und dem Wein ein nussig-herbes Aroma verleiht, keine Seltenheit. Diese traditionelle Methode nahm er sofort an. Aber um seinen dunklen Orange-Wein aus Inzolia Trauben zu machen, mischt er die Methoden bei der Fermentierung. Der eine Teil fermentiert im Stahltank und reift im Zementtank und der andere im Holzfass. Erst kurz vor Abfüllung werden die beiden Säfte vermischt. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlicher Wein, der seinesgleichen sucht.

Herb, kräuterig und nussig präsentiert sich der Wein an der Nase. Tief und reichhaltig im Mund, aber dennoch mit einer sehr schönen Säure, die den Trinkfluss sehr schön erleichtert.

Den zweiten Wein, den Calogero macht, ist sein Catarratto. Der Catarratto ist etwas zurückhaltender in Farbe und Stil. Der wird nämlich ausschließlich im Stahltank fermentiert und ausgebaut. Ein Wein voller Charme, der die fruchtige Seele Siziliens repräsentiert.

Nektarinen, Aprikosen und Mandelblüten steigen einem in die Nase. Ein Traum.

Seinen Nero D´Avola wird es erst im Jahr 2023 zum ersten Mal geben, aber wir können es kaum erwarten.

Man lebt nicht nur von Wein

Neben dem Wein bewirtschaftet Calogero auch Oliven und Mandelbäume mit derselben Sorgfalt wie die Rebstöcke. Biodiversität ist hier die Devise.  Aus den Oliven zaubert er mit einfachsten Methoden ein traumhaftes Olivenöl. Elegant, leicht und fruchtig, mit einem eher dezent herben Abgang. Kaltgepresst, so schonend wie möglich und dann im Keller ausruhen lassen. Die Mandeln, ein typisches Produkt, dass die Griechen in der Antike nach Agrigento gebracht hatten, sind auch ein kleines Nebenprojekt für ihn. Die Mandeln werden geschält und nur blanchiert verpackt. Auch hier könnt ihr Euch freuen, denn 2023 werden wir auch diese im Angebot haben.

Unser Fazit

Wir konnten unser Glück nicht fassen, diesen jungen aufstrebenden Winzer gefunden zu haben. Jemand, der nicht aufgegeben hat, während viele andere die Traditionen dieses Landes gegen kommerzielle Ideale ausgetauscht haben. Ein Kind dieser sizilianischen Erde, dieser Traditionen, aber jemand, der nach vorne sieht, Wandel anstrebt, mit den Füßen fest im sandigen Boden der Riserva Naturale Torre Salsa verankert.

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