Unsere Winzer*innen

Jean Pascal und Peggy Buronfosse / Domaine Buronfosse / Rotalier La Combe / Jura / Frankreich

Das Paar könnte schlechtere Nachbarn haben als den berühmten Kollegen Fan Fan Ganevat und die Familie Labet in dem kleinen Flecken La Combe unterhalb von Rotalier im Süden des französischen Juras. Hier in der manchmal steilen Hügellandschaft haben zwischen Wäldern und Wiesen verstreut Weinberge überlebt. Es sind nicht viele, aber ihre Weine haben es in sich. Die kalkreichen Böden und das vergleichsweise mildere Klima gegenüber dem etwas raueren des Nordjura bilden eine hervorragende Ausgangslage für die wenigen Weinbauern hier, die ihr Handwerk verstehen. Peggy und Jean Pascal (studierte Landwirte) haben sich 1900 auf der Suche nach Land hier niedergelassen. Im 2000 entstand ihr erster Jahrgang, nachdem sie zuvor die Rebberge von einem ansässigen Weinbauer übernehmen konnten.

Genauest aussortiertes Rebgut, Spontanvergärung, langer Ausbau in gebrauchten Fässern (meistens aus dem Burgund) dazu der Verzicht auf jeglichen Eingriff chemischer oder önologischer Art im Keller lassen Weine mit starkem Ausdruck heranreifen, die ihresgleichen suchen. Es gibt heute keine Weine aus dem Jura in denen sich ein so positives Preis-Leistungs Verhältnis für den Endverbraucher ergibt.

Jeannot und Valentin Montanet / Domaine de la Soeur Cadette /  Saint Père / Burgund / Frankreich

2004 hatte es Jeannot satt, nicht selbst über seine Trauben bestimmen zu können. Er legte sein Amt als Präsident der Kooperative von Vezelay nieder und gründete die „Soeur Cadette“. Befreit bewirtschaftet er seither (ab  2011 mit Sohn Valentin) die etwa 20 Hektar des Familienbetriebs. Dem Burgunder Trend hin zu mehr Luxus hat er sich immer wiedersetzt, nicht aus Ideologie, sondern weil es seiner offenen Persönlichkeit entspricht. Er und sein Sohn setzen auf ehrliche, direkte, bekömmliche Weine mit starkem Ausdruck des Terroirs und der Frucht, die Einfachheit mit Eleganz und Klarheit paaren. Im Weinberg setzt naturnaher Anbau klare Regeln und im Keller gibt es keine Zusatzstoffe oder önologische Eingriffe. In verschiedenen Situationen kann es zu minimalstem Einsatz von Schwefel kommen, sollte die Situation es verlangen. Auch in dieser Frage gibt es keine Ideologie, sondern nur Offenheit und Ehrlichkeit.

Bertjan Mol und Nicole Messer / Domaine de la Taupe / Thésée / Loire / Frankreich

Seit der Holländer Bertjan 1999 zum ersten Mal Naturwein getrunken hat, liess ihn dessen Geschmacksreichtum und die Idee darum nicht mehr los. Ein paar Jahre später genügte ihm sein Import von diesen Weinen nach Holland nicht mehr. Er wollte selbst Hand anlegen. Zusammen mit seiner Frau Nicole konnte er Parzellen seines Lieblingswinzers Bruno Allion erstehen und gründete das „Domaine de la Taupe“. Seither haben Bertjan und Nicole mit der Unterstützung von Bruno Allion (in der Zwischenzeit in Rente) und einer Vergrösserung der Lagen ein kleines Weingut aufgebaut, das sich einen internationalen Ruf erarbeitet hat.

Auf kalkhaltiger Tonerde wird nach strengen, naturnahen Grundsätzen angebaut und im Keller ohne jegliche Zusätze und önologischen Tricks gearbeitet. Die Weine sind weder gefiltert noch wird ihnen Schwefel zugesetzt. Es kommt ausschliesslich auf den Geschmack und die Klarheit an.

Raphael Champier und Christine Lucca / Domaine Leonis / Villié-Morgon / Beaujolais / Frankreich

Raphael hat schon immer mit Weinanbau zu tun gehabt. Seit 2011 leitete er zusammen mit seiner Freundin Christine ein Weingut, das die beiden 2015 selbst übernehmen konnten. So haben sie das „Domaine Leonis“ gegründet.

Die Lagen sind fast ausschliesslich mit alten Stöcken bepflanzt auf verschiedenen Böden, von kalkhaltigem Schwemmgestein bis zu Granitgeröll und Quarz. Der Anbau erfolgt auf natürliche Weise und fast ausschliesslich nach Regeln, die Mensch und Natur respektieren durchgeführt. Alles ist Handarbeit und im Gegensatz zu vielen anderen wird die Ernte genau dem Reifheitsgrad der Trauben der einzelnen Lagen und Stöcken entsprechend durchgeführt. Mit dieser arbeitsintensiven Methode kommt kein überreifes Lesegut in den Keller und der Alkoholgehalt und die Säure können genauesten kontrolliert werden. Die Weine sind mit eigener Hefe vergoren, unfiltriert und vollkommen naturrein, ausser minimalstem Zusatz an Schwefel, und auch nur wenn wirklich nötig.

So entstehen geschmeidige, angenehm trinkbare Weine, die Lust und Laune machen.  

Fabrice Dodane / Domaine de Saint Pierre /  Mathenay / Jura / Frankreich

2019 während eines Festessens bei Fabrice Dodane und dem Super Winzer Fan Fan Ganevat trafen alte Schulkameraden der Weinbauschule Beaune wieder auf Dodane. Sie erzählten, dass damals die dortigen Professoren Dodane oft die Vorlesungen an ihrer Stelle halten liessen, da sie davon ausgingen, dass der Schüler Dodane mehr über Weinbau wusste als sie. Die meisten Menschen unterschätzen das enorme Wissen und Können dieses bescheidenen, warmherzigen, lebensfreudigen Mannes, dem seine Liebe zum gutem Essen auf den Leib geschrieben ist.

2012 konnte er das Weingut „Domaine de Saint Pierre“ kaufen, das er bis dahin geleitet hatte. Schon vorher hatte er die Weinberge auf Bio umgestellt. Die einmalige Lage bei Arbois und Pupillin auf dem steinigen, reinen Kalkboden ist die Basis für feine, elegante Weine. Aber es ist das grosse Wissen von Dodane um das Wie bei der Arbeit im Keller, das diese Weine mit zu den interessantesten des gesamten Juras heranwachsen liess.

Didier Grappe / Domaine Didier Grappe / Saint-Lothain / Jura / Frankreich

Didier spielt nebenbei Bass in einer Rockband und als Fan von den Clash nennt er seinen Schaumwein nach den englischen Punks.

2001 von der renommierten Weinbauschule Beaune kommend fängt sofort an, bei verschiedenen konventionellen Winzern zu arbeiten. Er stösst sich aber schnell am gängigen Einsatz von Chemikalien, Kunstdünger, Pestiziden und anderen technisch önologischen Hilfsmitteln bei der Weinherstellung und weiss, dass er selbst nicht so arbeiten will.  

2007 kann er anfangen, seinen eigenen Wein zu machen. Er schaffte es, ein kleines Weingut mit etwas über 4 Hektar um Saint- Lothain herum aufzubauen. Bei ihm muss alles im Einklang mit der Natur geschehen. Durch die konsequente Arbeit im Weinberg, vor allen Dingen beim Schnitt, schafft er es, seine Reben resistenter gegen Pilze und Krankheiten zu machen als andere. Geringe Hektarerträge nimmt er dabei in Kauf. Im Keller kommen keine Zusätze, welcher Art auch immer zum Einsatz. Seine Weine sind in den letzten Jahren so gefragt geworden, dass wie froh sind, eine Ration von ihnen abzukommen.

Christophe und Geraldine Pialoux / Domanie Picatier / Saint-Halon-Le Vieux/ Côte Roannaise – Loire / Frankreich.

Côte Roannaise ist der südlichste Teil der Loire und gehört eigentlich eher zur Auvergne (Zentralfrankreich).

Für Christophe war Wein schon immer Teil des täglichen Lebens. Auf dem Familienbauernhof in der Auvergne machte der Vater Wein für den Hausgebrauch aus gemischtem Traubengut. Jung besuchte Christophe dann die angesehene Weinbauschule in Beaune, war nachher aus finanziellen Gründen gezwungen, einige Jahre für einen „industriellen“ Weinhersteller arbeiten zu müssen. 2007 schafften er und Geraldine den Sprung, das „Domaine Picatier“ zu gründen. Sieben Hektar mit vorwiegend Gamay aber auch Pinot noir und Chardonnay. Konsequent wird auf naturnahe Landwirtschaft umgestellt und auch zunehmend werden verschiedene Methoden der Permakultur eingeführt. Im Keller verzichtet man auf die Benützung jeglichen Zusatzes. Das Bestreben gesunden Boden und gesunde Rebstöcke zu erhalten, schlägt sich in den geringen Erträgen nieder. Dafür ist die Geschmackskonzentration in den Trauben enorm. Christophe schafft es, daraus frische, sehr gehaltvolle, ansprechende Weine zu keltern, die vor allen Dingen überaus bekömmlich sind.

Nicolas Vauthier genannt Kikro / VINI VITI VICI / Avallon / Burgund / Frankreich

Früh hatte sich Kikro mit Naturwein umgeben in seinem berühmten Weinrestaurant/Laden in Troyes, nach vorherigem Abschluss der Weinbauschule und Anpacken im Weinbau in den USA und Frankreich. 2009 hat er sich nach Mitarbeit bei Philippe Pacalet (Beaune) entschieden, selbst Wein zu machen. Ohne eigene Weinberge, kauft er Reben am Stock, lässt sie nach seinen eigenen, strengen und naturnahen Massstäben pflegen und führt dann die Lese selbst durch. Alles per Hand. Dabei hat er sich auf die weniger bekannten Regionen im Norden des Burgunds spezialisiert, Irancy, Chitry, Coulanges la Vineuse und Epineuil und auf die im Burgund vorherrschenden Rebsorten Pinot Noir und Chardonnay, aber auch auf den weniger bekannten Aligoté. Maischung und Gärung werden in grossen, Burgunder Holzbottichen mit eigener Hefe durchgeführt. Die Weine reifen dann in gebrauchten Holzfässern. Kikro ist gegen jedweden äusseren oder künstlichen Eingriff in den Prozess der Weinwerdung.

Es entstehen dabei, frische, wunderbar feine Weine mit ausgewogener Balance zwischen Frucht und Mineralität: ein starker Ausdruck des jeweiligen Terroirs.

François Ecot / L’Insolent Négoce / Mailly le Château / Burgund / Frankreich

François ist über Umwegen auf seine familiären Wurzeln als Weinmacher zurückgekommen. In den neunziger Jahren hatte er mit  seiner damaligen amerikanischen Frau Jenny eine Importstruktur von natürlichen Weinen aus Frankreich nach New York auf die Beine gestellt. Schnell hatte er Input von allen interessanten Weinbauern auf dem Gebiet, einen Kontakt, den er bis heute weiterpflegt. Gleichzeitig fingen ihn die brachliegenden, kleinen Weinbergen seiner Familie an zu interessieren. Also hat er nebenbei die Weinbauschule in Beaune besucht. 2002 hat er die Weinberge gesäubert und teilweise neu bepflanzt. Nach der Trennung von Jenny ist er zurück ins Familienhaus im Norden des Burgunds. Seither macht er dort Weine von seinen eigenen Reben, oder kauft ausgewählte, natürlich angebaute Trauben am Stock. Es entstehen daraus wunderbare Weine durch seine Hand. Er gilt für viele als „Zauberer“, ein bisschen verrückt, aber äusserst kompetent. Er benützt Bottiche aus Holz, Zement oder Fieberglas, grosse Holzfässer und kleine oder auch Amphoren. François experimentiert mit allen Möglichkeiten, um das Beste aus den Trauben in die Flasche zu bekommen. Zusätze existieren für ihn nicht.

Jean Maupertuis /  Saint-Georges-sur-Allier / Auvergne

„Den müsst ihr probieren“. Marc Sibard von der Cave Augé (Paris) hatte uns 1996  seine Neuentdeckung probieren lassen. „Der fängt an und macht ganz wenig“. Gamay und Pinot. Man wollte das Glas gleich austrinken, aus Angst der Wein könnte sich verflüchtigen, würde in sich oder die Flasche verschwinden wollen. Einfacher Genuss von bestechender Eleganz.

Dann hörte man ein paar Jahre nichts mehr von Maupertuis, bis neue Flaschen um 2004 wieder auftauchten.

Jean Maupertius wollte nie Teil des heraufziehenden Naturweintrubels sein. Er ist ein zurückgezogener Mann, der sein Ding alleine durchzieht. Er geht wenig nach aussen. Man muss zu ihm kommen. Nichts weist auf seinen Keller hin, eine schildlose Garageneinfahrt in der Seitenstrasse eines hochgelegenen (450 m) Dorfs gegenüber von Clermont-Ferrand, in der wunderbaren Landschaft der Auvergne (Zentralfrankreich). Hier zwischen den Kegeln der erloschenen Vulkane auf zerklüftetem Lavaboden erwartet man eigentlich nicht viel von Weinen. Doch da täuscht man sich. Jeans Maupertius hat mit seinen klaren, erfrischend eleganten Trinkweinen (Gamay/Pinot Noir/Chardonnay) viele in den Bann gezogen, hat sich eine bedingungslose Gefolgschaft an Bewunderern geschaffen,  und hat als Vorreiter des Naturweins in seiner Gegend eine bunte Truppe von jungen Weinbauern inspiriert.

Quantum Winery / Florian Schuhmann und Christoph Bauer / Maissau – Weinviertel / Österreich

Seit 2010 arbeiten Florian und Christoph zusammen im westlichen Weinviertel. Vorwiegend alte Rebstöcke auf gemischtem Terroir, Granit, Löss und ein bisschen Muschelkalk. Gemischter Satz und Blauer Portugieser.

Man macht den Wein so wie man es will, und wie er schmecken soll. Man hält sich nicht an Konventionen, schon gar nicht an Geschmackskonventionen. Da spielt ein Hauch von Punk und eigenwilliger Entschlossenheit mit. Nur Handarbeit, spontan vergoren und keine Zusätze, ausser minimalst Schwefel wenn nötig. Weisse Trauben auf der Maische, purer Geschmack. All das hat eine abgefahrene Seite bleibt aber sehr dezent zurückhaltend und tritt nicht mit breiter Brust auf.

Angenehme Rote mit wenig Alkohol und spritzige Weisse.

Adrien De Mello / Domaine de la Petite Sœur / Saint-Aubin de Luigné  / Loire

Nach Etappen in Kanada, USA, Südafrika, wo er alles das hat lernen müssen, was er selbst nie mit Wein machen wollte, nach der Weinschule in Beaune (Burgund) und einer Mitarbeit im Domaine Duseigneur (Chateauneuf du Pape/biodynamisch) hat Adrien 3,5 Hektar in der Loire gefunden, ein Weinanbaugebiet, das so nahe wie möglich an seiner bretonischen Heimat liegt.

2015 kommt er mit seinen ersten Weinen auf den Markt, einem Gamay und einem Chenin. Auch an einem PetNat hat er sich versucht. Schon dieser Jahrgang macht die Weinwelt auf ihn aufmerksam. Da kommt einer, der weiss, was er macht. Die Weine sind klar, direkt und überzeugen. Von Jahr zu Jahr überraschen sie auf den Weinsalons. Heute ist Adrien ein fester Bestandteil des Naturweinkuchens und auf der ganzen Welt vertreten. Die meisten seiner Anfangsinvestitionen hat er mit Crowdfunding übers Internet finanziert, so auch sein Zugpferd, das den Traktor im Weinberg abgelöst hat. Die Geldgeber werden mit Flaschen zurückbezahlt.

Alain Castex  / Vins du Cabanon/ Banyuls-Trouillas / Roussillon

Allain Castex ist das herausragende Urgestein des Naturweins in Südfrankreich, für viele eine der Lichtgestalten des Weins. Die Emotionen, die von seinen Flaschen ausgehen, haben viele Winzer und Weinliebhaber auf den Weg des naturbelassenen Weins geführt. Er war einer der ersten, der unumstösslich davon überzeugt war, dass nur gesündestes Traubengut, ohne chemische Behandlung, ohne önologische Eingriffe im Keller und dazu viel Geduld Weine hervorbringen können, die die geschmackliche Komplexität der Frucht und die Mineralität des Terroirs in sich vereinen. Seit den Anfängen in seinem winzigen Keller ist er diesen Prinzipien bis heute streng treu geblieben und hat immer emotionsgeladene Weine in kleinen Mengen produziert. Es gibt wenig Winzer, die über ein solch weites Wissen über die Vorgänge bei der Entwicklung des Weins  verfügen. Castex gilt heute als eine Ausnahmeerscheinung in der Welt des Naturweins. Die grossen Küchenchefs der Welt hofieren den zurückhaltenden und bescheidenen Mann.

Einige Flaschen dieser äusserst seltenen Weine Jahr für Jahr von ihm ergattern zu können, ist für uns immer eine grosse Freude.

Collective Z / Bad Dürkheim-Leistadt

Wie der Name es sagt: ein Collective(Kollektiv) aus Marie, Christoph, Helmut, Onkel PIP, Ross the Englishman, und Elisabeth. Jeder von ihnen hat seinen eigenen Aufgabenbereich vom Weinberg über die Reben, den Keller, die Flaschen, die Pferde und den Mist. Das ganze am Rand des Pfälzerwalds in kleinteiligen Weinbergen auf kalkreichen Geröllböden mit altem Rebenbestand. Die Gruppe hat sich zusammengetan, um ökologischen Landbau nach natürlichen Regeln (mit Pferd) zu praktizieren und Weine ohne künstliche Eingriffe und Zusätze herzustellen vom Weinberg bis zur Flaschenabfüllung.

Das Ergebnis ist ein spontan fermentierter, ungefilterter, köstlicher Naturwein, lebendig, meist leicht, erfrischend und äusserst bekömmlich.  Authentischer Wein, stilistisch in Richtung „Tischwein“, der Platz für den nächsten Schluck und Happen macht, mit prägnanten Aromen und komplex geschmacklicher Vielfalt.

Collective Z steht für die Mitglieder für das, was sie gemeinsam anstreben: Handarbeit, Schnittschere und Gummistiefel. Den Rest besorgt die Natur.

Karl & Eva Schnabel  / Ermihof / Südsteiermark / Inselberg Sausal

Als studierter Agrarökonom haben Karl zusammen mit seiner Frau Eva (BWL) das elterliche Weingut reaktiviert, nach einigen Jahren Erfahrung im französischen Burgund. Dort ist auch die Liebe zum Pinot Noir erwacht. Auf dem Inselberg Sausal mit seinem silikatischen Urgestein haben die beiden gegen den steirischen Trend vor allen Dingen Rotweine angepflanzt: Zweigelt, Blaufränkisch und natürlich Pinot Noir. In den „Weingärten“ wächst alles wie auf einer Kräuterwiese, wird mit der Sense gemäht und nicht durch schwere Ackermaschinen platt gedrückt.  Die gesammelten  Kräuter wie  Brennnesseln, Schachtelhalme oder Schafgarbe werden natürlich aufbereitet und zur Pflanzenstärkung und den Pflanzenschutz eingesetzt.

Im Ermihof ist ein lebendiger Bauernhof mit Tieren entstanden, mit Rindern die in den Rebbergen grasen.

Der Wein ist auf dem Hof nie konventionell hergestellt worden. Karl und Eva sind kompromisslose Verfechter eines Weins, der ohne jegliches Zutun von irgendwelchen, äusseren Produkten in die Flasche kommt.  Man folgt keinem zeitgeistigen Trend, ist ganz natürlich dem Terroir verpflichtet und will einen Wein schaffen, der dem Geniesser entspricht und dazu bekömmlich ist.

Thierry & Jean-Marie Puzelat  / Le clos du Tue-Bœuf / Les Montils Loire

Nach Aussen tritt vor allen der umtriebige Thierry in Erscheinung. Zusammen mit seinem Bruder Jean-Marie sind die beiden die allseits beliebten Urgesteine des Naturweins in der Loire. Sie bewirtschaften zahllose verschiedene Parzellen mit einer erstaunlichen Varietät an Rebsorten an der südlichen Loire bei Blois und kreieren dort Weine von klarer Einfachheit gehend bis hin zu komplexer Eleganz.

Nebenher betreiben sie aus Liebe zum Wein ein Importgeschäft, mit dem sie Naturweine anderer Winzer aus verschiedensten Ländern in Frankreich und Europa vertreiben. Thierry war der erste der georgische Weine nach Europa brachte und mit Ihnen die georgischen Amphoren (Qvevri), Jahre bevor die Amphoren in Mode kamen. Sie organisieren Weinverköstigungen, um anderen Winzern zu Bekanntheit zu verhelfen und kümmern sich darum, Naturwein einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Es heisst, wenn wir auf Mars landen, sind die Puzelats schon dort und empfangen uns mit ihren Weinen.

Jean-Claude Chanudet / Domaine Chamonard / Villié-Morgon / Beaujolais / Frankreich

Jean-Claude ist als Teil der Gruppe an Winzern aus dem Beaujolais, die den Begriff “vin naturel” geprägt haben, in die Geschichte des Naturweins eingegangen. Gegen alle bestehenden Regeln wurden diese Weine als erste Weine ohne jegliche Zusätze herzustellen unter der Anleitung des geistigen Vaters des Naturweins, Jules Chauvet. Das Abenteuer hat seine Früchte getragen und die Idee hat sich erfolgreich propagiert. Jean-Claude war es auch, der mit dem Vorurteil aufgeräumt hat, Naturweine könne nicht altern. Er bietet heute noch Jahrgänge aus dem letzten Jahrhundert an, die bei aller Reife ihre Frische und fast jugendliche Direktheit keineswegs verloren haben. Es sind seine Weine, die über Jahrzehnte hinweg mitgeholfen haben, den ausgezeichneten Ruf des Beaujolais wieder herzustellen.

Er bewirtschaftet vorwiegend alte Gamay Rebberge mit geringem Ertrag. Die Weine daraus sind direkt, erfrischend mit klarer Struktur, angenehm bekömmlich, und einer beeindruckenden Komplexität.

Didier Michaud / Château Planquette / Saint-Yzans de Medoc / Bordeaux /Frankreich

1976 ist der in Paris lebende Burgunder im Norden des Medocs angekommen und arbeitet seit her im Wein. Zuerst bei anderen Châteaux oder Cooperativen, bei denen er gelernt hat, „wie man es nicht machen sollte“. 1997 macht er sich selbständig: 2002 sein erster Jahrgang. Schnell erobert sich Planquette einen Platz unter den Geheimtipps der Weinkenner, wird zu einer wichtigen Referenz im Bordeaux. 2014 prangt „Planquette“ als Titelbild der <Revue Française des Vins> mit dem Kommentar: „er wird Bordeaux revolutionieren“. Mit seinen 1,7 Hektar in Sichtweite des Wassers der Gironde produziert Didier magere 8.000 bis 10.000 Flaschen im Jahr, deren Kaufmöglichkeiten weltweit sehr umkämpft sind

Der Wein entspricht nicht den Vorstellungen der Behörden und so verkauft ihn Didier als einfachen „Vin de France“ ohne AOC. Es ist ein kräftiger Wein, Hälfte Cabernet Sauvignon (48%),  Hälfte Merlot (48%) mit einem kleinen Anteil Petit Verdot (5%). Ein starker Ausdruck des Terroirs, mit feinen Taninen, für Bordeaux mit überraschender Frucht, angenehmer Mineralität und einer klaren Struktur.

Philippe und Tony Bornard / Domaine Bornard / Pupillin / Jura Frakreich

Die Flaschen mit dem orangen Fuchs gehören heute zu den meistgesuchtesten Weinen des Juras. Philippe ist eines der Urgesteine des natürlichen Weins seiner Gegend. Die Winzerfamilie ist fest verwurzelt in Pupillin, dem kleinen Dorf oberhalb von Arbois. Über Jahre gehörten seine Weine zum festen Bestandteil der interessantesten Gastronomie in der Welt (z.B. Noma). Die üppigen Abendessen beim überaus gastfreundlichen Philippe sind Legende. Man speist dort mit allem, was Rang und Namen im Naturel hat. Seit 2018 tritt der umtriebige Winzer jedoch etwas kürzer. Er hat seinem Sohn Tony das Zepter weitergereicht, steht diesem aber rat- und tatkräftig zur Seite.

Auf knapp 12 Hektar in besten Lagen auf Kies und Rotlehm entstehen leichte, elgante Weine mit klarem Fruchtcharakter, feiner Mineralität und straffer Struktur (Chardonnay, Savagnin, Pinot Noir, Trousseau, Plussard). Philippe und Tony leben die Natur in ihren Weinbergen. Handernte und kein Eingriff im Keller ist ihr wichtigstes Gebot. Lange Maischung, und Ausbau in grossen Fässern, in Bourguignons oder auch in grossen Amphoren solange es den beiden für erforderlich scheint. Das kann bis zu drei Jahren dauern. Zeit muss sein und es geht beiden nur um eins: den Geschmack

Stéphanie und Vincent Deboutbertin / Domaine Deboutbertin / Faye – d’Anjou / Loire / Frankreich 

Auf einer Ferien Radtour durchs Loiretal hat das junge Paar ihr erstes Glas Naturwein in Angers getrunken. Das hat sie so beeindruckt, dass sie alles aufgegeben haben, sich in der Gegend niedergelassen und angefangen haben, sich für einige Jahre bei verschiedenen Naturweinbauern zu verdingen, um zu lernen. 2012 hat sich die Chance ergeben, vier Hektar natürlich bewirtschaftete Weinberge in kleineren Parzellen kaufen zu können. So haben sie angefangen und ihre Domaine aufgebaut. Die leidenschaftliche Pflege der meist alten Rebstöcke mit Hilfe von Anatol, ihrem Pferd, ist ihnen eine Herzensangelegenheit. Da wachsen auf verschiedenen Böden: Chenin, Pineau d’Aunis, Grolleau und ein wenig Cabernet Franc. Lese ausschliesslich von Hand, Spontanhefe und keine Zusätze, welcher Art auch immer von der Rebe bis in die Flasche. Ausbau für 12 Monate auf der Hefe in alten Barriques. Die Weine haben sich sehr schnell einen  guten Namen in der Naturweincommunity gemacht und sind auf die ganze Welt verteilt. Deshalb muss man immer dafür kämpfen von dem geringen Ertrag ein paar Flaschen zu ergattern.

Baptiste und Antoine Delhomme / Domaine DelHomme&Co / Tringny / Val de Loire / Frankreich

Für die Brüder Delhomme gibt man ein Stück von sich selbst beim Weinmachen. Der Boden und die Trauben die darauf wachsen lügen nicht. Ein grosser Bauernhof (Weide, Vieh) auf dem in Einklang mit der Natur gearbeitet wird, und daneben ein paar Hektar Wein. Hier dreht sich alles nur um den Geschmack, kleine Erträge von leidenschaftlich kurierten Rebstöcken und bewusster Verzicht auf AOC, um die Handlungsfreiheit bei der Entstehung des Weins beibehalten zu können, ohne sich in eine vorgegebenes Korsett zwängen zu lassen. Einfache Arbeit im Keller, keine Zusätze und der Wille zum Ausdruck des terroirs, um klare, reine Weine mit eigener Originalität herzustellen.

Das Land liegt über der Nordgrenze vom Burgund gerade am Anfang des Val de Loire. Baptiste und Antoine sind Burgunder Bauern mit einem Winzeranteil der Familie aus der Champagne. Der Gegend entsprechend wächst hier Gamay, Pinot Noir und verschiedene Sauvignons.

Patrice Hugues Béguet / Hugues Béguet Vignerons / Mesnay / Jura / Frankreich

2009 haben sich der Stadtmensch Patrice in dem kleinen Kaff Mesnay bei Arbois als Winzer niedergelassen. Die Qualität des Weins der Gegend hat ihn die Wahl des Orts treffen lassen. Der Anfang war schwer. Er hat die Rebberge auf natürliche Bewirtschaftung umgestellt und mit der Hilfe von dem Knowhow vieler lokaler Winzer hat er die ersten Jahrgänge gemeistert. 2013 ist sein Wein dann zum ersten Mal bei verschiedenen Verköstigungen sehr positiv aufgefallen. Seither gehört er zum festen Bestandteil der interessanten Winzer aus dem Jura. Seine Weine haben Eingang in die grosse Gastronomie gefunden. Die Weine sind alle AOC geführt. Poulsard, Troussaud, Pinot Noir, Chardonnay und Melon de Bougogne.

Jean-Pierre, Chantal und Thomas Frick / Domaine Pierre Frick / Pfaffenheim / Elsass / Frankreich

Seit 1970 biologischer, seit 1981 biodynamischer Anbau. Das in zwölfter Generation geführte Weingut bewirtschaftet Weinberge in verschiedenen Gemeinden um Pfaffenheim. Hier geht die Gesundheit vor, die des Bodens, der Pflanzen und vor allen Dingen auch die des Endverbrauchers. Mit grosser Sorgfalt, Leidenschaft und viel Handarbeit pflegt die Familie ihre Reben und baut den Wein mit grossem Wissen um dessen Entwicklung im Keller aus. Es kommen keine önologischen Tricks zur Anwendung und der Wein wird auch nicht mit anderweitigen Produkten „behandelt oder geschönt“.  Nur minimalste Dosen an Schwefel werden bei der Einflaschung zugesetzt.

Seit 1999 ist daneben jedoch eine Linie an Weinen sehr erfolgreich entwickelt worden, die vollkommen ohne zugesetzten Schwefel abgefüllt werden. Heute sind diese Weine zum Verkaufsschlager des Weinguts geworden.  

Micheal Völker, Melanie Drese / 2Naturkinder / Kitzingen / Franken

Micheal Voelker and Melanie Drese sind Weltbürger, die viele Jahre in Heildelberg, Regensburg, London und New York gelebt und geabeitet haben, bevor sie 2013 nach Kitzingen zurück gekehrt sind und das Weingut von Michael’s Vater übernommen haben. Ausschlaggebend für diesen Entscheind waren ihre Begegnung mit dem Naturwein und dessen Philisophie. Anfänglich wurden den Weine der 2Naturkinder als Nebenprojekt zur hauptsächlichen Arbeit im Weingut betrieben. Ende 2019 haben die beiden die väterliche Generation vollständig abgelöst.
Michael und Melanie haben einen philosophischen Zugang zu ihrer Arbeit. Sie scheuen nicht davor zurück, sich auf das Vorhandene ganz einzulassen, sich anhand ihrer Erfahrungen immer wieder zu hinterfragen, sowie neue Dinge auszuprobieren. Ihre Weine stecken daher voller Überraschungen, bleiben dabei aber immer sanft und unaufdringlich.
Im Weinberg arbeiten Michael und Melanie naturnahe und nachhaltig. Inspiriert werden sie dabei durch ihre Erfahrungen mit der Anwendung von Fledermausdung für die Vitalisierung ihrer Erden. Mit ihrer Arbeit tragen sie massgeblich zum Projekt “Naturgeflatter” bei, das sich ganz der Weideransiedlung der hiemischen “Langohr” Fledermäusen widmet.