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Naturwein aus Deutschland

International rückt deutscher Naturwein Stück für Stück immer mehr in den Vordergrund. Die Sommeliers aus aller Welt haben mittlerweile verstanden, dass guter Naturwein auch aus Deutschland kommen kann. War das Land bisher international vor allem für seine restsüßen Rieslinge von der Mosel bekannt, werden heute knochentrockene, maischevergorene Rieslinge aus der Pfalz oder Rheinhessen in den Restaurants und Bars von New York oder Melbourne geöffnet. Eine Entwicklung, an die man vor 10-15 Jahren noch nicht glaubte.

Innerhalb Deutschlands entwickelte sich der Konsum von deutschem Naturwein vor allem in der Hauptstadt Berlin selbst am kräftigsten. So entstanden in den letzten Jahren Restaurants und Bars wie ‚Nobelhart & Schmutzig’, die sich ausschließlich auf die Thematiken unserer Zeit wie Nachhaltigkeit, Regionalität, ökologisch angebaute Produkte sowie einen generellen Drang zum Neuen konzentrierten. Naturwein aus Deutschland und anderen Ländern passte perfekt zu dieser Grundeinstellung und ist seit jeher nicht mehr von den Weinkarten dieser Lokale wegzudenken. Es folgten weitere Eröffnungen von deutschen Naturwein-Messen sowie Bars in Köln, Frankfurt, Hamburg und München – mittlerweile auch in vielen weiteren kleineren deutschen Städten. 

Dennoch dürfte die Anzahl der Naturwein-Lokale in Deutschland im europäischen Vergleich noch sehr niedrig ausfallen. Vergleicht man die auf der App “Raisin” eingetragene Menge an Restaurants und Bars mit den Nachbarländern Deutschlands, fällt recht schnell auf, wie verhältnismäßig wenige Naturwein-Lokale es hierzulande gibt. Dies zeigt sich auch am Verkaufsverhalten der Weingüter, die deutschen Naturwein herstellen. Der Großteil der produzierten Menge wird ins Ausland exportiert und dort mit viel Freude geöffnet. Vor allem die skandinavischen Länder lieben den Naturwein aus Deutschland. Aber auch in Japan, den USA und Australien wird die hohe Säure der deutschen Naturweine geschätzt und gern mit moderner sowie traditioneller Küche kombiniert.

Insgesamt werden in Deutschland auf etwas über 100.000 Hektar Wein angebaut und etwa 9,25 Millionen Hektoliter Wein produziert. Deutschen Naturwein findet man in allen 13 deutschen Weinbaugebieten, in jedem schmeckt er etwas anders. Spannend und oft in minimaler Auflage. Das Potenzial von deutschem Naturwein ist da und hat in den letzten Jahren stetig zugenommen.

Naturwein aus der Pfalz

Im zweitgrößtem Weinbaugebiet Deutschlands wird seit jeher vor allem Riesling angebaut. So ist es weltweit bekannt als das größte Riesling-Anbaugebiet. In keiner Region findet man mehr Riesling-Rebstöcke und Winzer*innen, die Riesling auf die Flasche füllen als in der Pfalz. Neben Riesling werden aber auch Grau- sowie Weißburgunder oder Sauvignon Blanc angebaut. Auf dieser Rebsorten-Basis beginnen heute einige Weingüter damit, deutschen Naturwein auszubauen. Fernab von den eingestaubten traditionellen Weingütern werden neuartige Rebsorten gepflanzt und eine moderne Stilistik geschaffen. Naturwein aus Deutschland ist in der Pfalz stark am Aufstreben. Winzer wie Frank John sind mittlerweile in der Naturwein-Szene sehr bekannt und produzieren wunderbare deutsche Naturweine sowie Schaumweine.

Naturwein aus Rheinhessen

Die Weinbauregion Rheinhessen ist mit knapp 27.000 Hektar die größte Weinregion in Deutschland. Die gesamte Region ist tief mit dem Weinbau verwurzelt. In den 136 Gemeinden Rheinhessens wird in nur zwei kein Weinbau betrieben. Bekannt ist die Region neben dem Riesling vor allem für Silvaner, Grauburgunder und Gewürztraminer. Aber auch rote Rebsorten wie Dornfelder, Portugieser oder Spätburgunder werden nach wie vor angebaut und exzellente Weine daraus hergestellt. War die Region früher vor allem für Massenware und industrielle Weinbereitung bekannt, entwickelten sich in den letzten Jahren viele Winzer*innen in die RIchtung des deutschen Naturweins, den sie aus den traditionellen Rebsorten keltern. Sie entwickelten einen wunderbaren Wein, unfiltriert und spontan vergoren. Naturwein aus Deutschland wurde dadurch neu definiert.  

Naturwein von der Mosel

Die Steillagen an der Mosel und deren Riesling erfreuen sich seit jeher über größter Beliebtheit im In- und Ausland und sind weltweit bekannt. Fernab von den restsüßen Spätlesen oder Beerenauslesen von den weltberühmten Lagen wie Scharzhofberg oder Wehlener Sonnenuhr, kommen heute viele junge Winzer*innen an die Mosel, um selbst Naturwein herzustellen. Einige ältere Winzer*innen sind nicht mehr in der Lage, in der extremen Steillage des Moseltals zu arbeiten und verkaufen ihre Weinberge. Im deutschlandweitem Vergleich sind die Lagen recht günstig und damit eine gute Möglichkeit für junge, motivierte Menschen, die deutschen Naturweine herstellen wollen. Diese produzieren Naturwein neben Riesling auch aus Rebsorten wie Elbling, Müller-Thurgau oder Spätburgunder und füllen diesen meist knochentrocken auf die Flasche. Die Böden an der Mosel bestehen aus Muschelkalk oder Schiefer. Optimale Voraussetzungen für präzisen Naturweine aus Deutschland. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Region in Zukunft durch junge Menschen zum Thema Naturwein entwickeln wird.

Naturwein aus Baden

Die Weinregion Baden zählt als einzige Region in Deutschland zur EU-Weinbauzone B, liegt also im gleichen Bereich wie die Champagne, das Elsass oder die Weinbaugebiete Österreichs. Ganz im Süd-Westen Deutschlands werden hier am Kaiserstuhl, Bodensee oder im Markgräflerland Rebstöcke angebaut. Auf Riesling stößt man hier recht selten, dafür stehen weiße Rebsorten wie Grauburgunder, Müller-Thurgau, Bacchus, Gutedel oder Auxerrois umso mehr für die Region. Neben weißen Rebsorten ist die Region Baden für seine roten Rebsorten wie Spätburgunder, Regent, Dornfelder oder Frühburgunder bekannt. In den vergangenen Jahren konzentrierten sich die Naturwein-Produzenten der Region vor allem auf Rotwein sowie zunehmend den Gutedel (auch Chasselas genannt). Wer einmal guten roten Naturwein aus Deutschland probieren möchte, der sollte unbedingt badischen Naturwein probieren.

Naturwein aus Saale-Unstrut und Sachsen

Vielen in Deutschland noch recht unbekannt, wird auch in Ostdeutschland in zwei Weinbauregionen Wein angebaut. So findet man in der Region Saale-Unstrut etwa 800 Hektar und in Sachsen ca. 500 Hektar bestockte Weinberge. In den letzten Jahren fanden auch einige Weingüter in den zwei Regionen ihren Weg zum Naturwein. So werden in geringen Mengen in Saale-Unstrut und Sachsen ebenso deutscher Naturwein produziert. Hauptsächlich bestehen diese Naturweine aus den weißen Rebsorten der Region wie Müller-Thurgau, Silvaner oder Grauburgunder. Zunehmend entwickelten sich aber auch rote Weine oder Verschnitte von roten sowie weißen Trauben.

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