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Clotaire Michal

Clotaire & Yuka

Frankreich
Beaujolais

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Clotaire Michal: Der Geheimtipp für spannende Beaujolais

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Frankreich, Beaujolais

Saint-Étienne-la-Varenne

Montpellier – St. Joseph – Saint-Étienne-la-Varenne. Die prägenden Stationen im Winzerleben von Clotaire Michal, einem der weniger bekannten, aber für uns bei Forever Thirsty besten Winzer im Beaujolais. Seine trinkigen, aber dennoch ernsten und tiefgründigen Weine passen fast immer. Sei es auf der WG Party oder zum Tasting mit Freunden.

Sprungbrett

Clotaire’s Mentor: Thierry Allemand

Montpellier, hier beginnt Clotaire’s Reise auf dem Weg zu einem der spannendsten Winzer des Beaujolais. In seiner Ausbildung zeigt er sich schon stark interessiert an biologischem und nachhaltigem Weinbau – Eine Einstellung und Überzeugung, die ihn sein gesamtes (Winzer)Leben begleiten wird. Nach Abschluss seines Studiums sucht er nach seiner ersten Anstellung und wird bei keinem geringeren als Thierry Allemand in St. Joseph fündig. Thierry Allemand, einer der absoluten Superstars der nördlichen Rhone. Hier lernt Clotaire, was fast manischer Fokus auf jedes Detail sowohl im Weinberg, als auch im Keller, bedeutet. Mit seinem Mentor werden nur knapp 4 Hektar Syrah auf mehreren hundert Jahren alten Felsterrassen in der Appellation Cornas bewirtschaftet. Daraus entstehen mit bestem Winzerhandwerk jedes Jahr nur zwei Weine, die alleine aufgrund ihres Kultstatus auch hier Erwähnung finden sollen: “Cornas Les Chaillots” aus mehrheitlich jüngeren Reben und “Cornas Reynard” aus Trauben von den älteren Rebstöcken. Mit seinen beiden spektakulären Syrahs hat Thierry Allemand eine so große Anhängerschaft, dass seine Weine eigentlich nicht auf dem freien Markt erhältlich sind. Wer also jemals eine Flasche in die Hand bekommen sollte, sei es im Restaurant oder Fachhandel, kaufen, kaufen, kaufen. 

Die Gamays von Clotaire und Yuka:

Die Zeit bei Thierry prägt Clotaire in zweierlei Weise: Erstens lernt er, was es bedeutet als ‘low-intervention’ Winzer zu arbeiten. Viel Vertrauen in das eigene Handwerk, die eigene Erfahrung sowie in die eigenen Trauben gehören genauso dazu, wie nicht bei kleinsten Fehlschlägen in Aktionismus zu verfallen, sondern den Wein in seiner Herstellung nur zu begleiten. Zweitens kommt Clotaire hier mit der sehr traditionsreichen Weinherstellung und ihren Methoden in der nördlichen Rhone in Kontakt, die auf die lokale Rebsorte Syrah ausgerichtet sind. Die Trauben werden in Cornas und Umgebung im Stahltank oder offenen Holzfass inklusive ihrer Stile (oftmals spontan) vergoren. Durch häufiges Unterstoßen der Trauben wird aus den Traubenschalen und -stielen eine ordentliche Menge Tannin extrahiert. Dieses Tannin wiederum verleiht dem Wein zwei Eigenschaften: Einerseits ist der Wein in jüngeren Jahren sehr ruppig und bereitet kein volles Trinkvergnügen, andererseits geben die Tannine dem Wein ein unglaubliches Alterungspotential und nach etwa fünf bis acht Jahren ein unglaubliches Geschmackserlebnis, das mit steigendem Alter des Weins nur besser wird. 

Clotaire’s wunderschönes Beaujolais

Die Reise ins Beaujolais

Die beiden Winzer verstehen sich prächtig und so steigt Clotaire bei Thierry bis zum Kellermeister auf – ein Ritterschlag und großes Lob für einen noch jungen Winzer. So beginnt Clotaire hier auch seinen ersten eigenen Wein herzustellen. Auf der Suche nach eigenen Weinbergen in der Gegend um St. Joseph wird er jedoch von der Realität eingeholt: Der immer besser werdende Ruf der Nordrhone spiegelt sich leider auch in immer höheren Preisen für Weinberge wieder. Ein nicht zu überkommendes Problem für Clotaire. So entscheidet er sich schweren Herzens der Region seinen Rücken zu kehren und anderswo entlang der Rhone nach einem Weingut zu suchen. 

Clotaire benutzt eine alte Korbpresse für eine besonders schonende Verarbeitung seiner Trauben

Fündig wird er im Beaujolais im kleinen Dorf Saint-Étienne-la-Varenne nördlich von Lyon, keine 2 Stunden von seinem bisherigen Lebensmittelpunkt entfernt. Hier kauft er gemeinsam mit seiner Frau ein altes Gutshaus mit angeschlossenem Weinberg. Die Reben sind zwischen 50 und 100 Jahre alt und, für das Beaujolais typisch, ausschließlich von der Rebsorte Gamay. Auf den mineralischen Böden, oftmals mit einem hohen Granitanteil, wächst Gamay besonders gut und Clotaire schafft es aus dem Lesematerial mit nur minimalem Eingriff im Keller zwei fantastische Beaujolais zu erzeugen: “Libre Pensée” und “À fleur de peau”. Beide Weine sind unverkennbar von der gleichen Handschrift geprägt und dennoch grundverschieden. Der “Libre Pensée” ist ein eher fruchtbetonter “Glouglou” Wein mit viel knackiger Kirsche und Himbeernoten; “À fleur de Peau” ein eher ernsthafter Beaujolais mit dunkleren Waldfruchtnoten, der zum Nachdenken einlädt. 

Unser Fazit: Rotwein der Extraklasse

Was Clotaire und seine Weine von vielen anderen Winzern im Beaujolais unterscheidet: Seine Herstellung. Oftmals werden in dieser Region die Gamay-Trauben im “Macération Carbonique” Verfahren zu Wein gekeltert. Das Resultat ist zumeist ein sehr leichter, samtiger Rotwein mit heller Farbe und unverkennbar knackigen Kirsch-, Himbeer und Erdbeernoten sowie einem vergleichsweise geringen Alkoholgehalt um 12,5%. Clotaire jedoch verwendet die Methoden, die er bei Thierry gelernt hat: Schonende Pressung, Vergärung in offenen Stahltanks oder Holzfässern sowie regelmäßiges Unterstoßen. Hieraus entstehen Clotaire’s Weine, die deutlich dunkler in der Farbe sind, mehr Würze mit ins Glas bringen und deren Frucht meist ein paar Noten dunkler ist, als es bei anderen Weinen der Region der Fall ist. Wir bei Forever Thirsty sind restlos von seiner Stilistik und seinen Weinen begeistert. Nordrhone meets Beaujolais – the best of both worlds. 

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