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Andreas Gsellmann

Adreas Gsellmann & Familie

Österreich
Gols

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Andreas Gsellmann. Falls Dir dieser Name noch kein Begriff ist, wird er es in Zukunft sein. Seine Naturweine vom Neusiedlersee wissen in jeder Hinsicht zu überzeugen.

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Österreich

Gols

Andreas Gsellmann lädt ein, zu Tisch zu kommen, um gemeinsam zu genießen. Das Symbol seiner Etiketten sind Hände. Die nach oben geöffnete Hand wirkt einladend. Sie symbolisiert aber auch etwas Schöpferisches. Als würde er einem sein Wein, welchen die Erde erschaffen hat und welcher von ihm geschöpft wurde, präsentieren. Gsellmann reicht einem die Hand – für eine Reise in seine Weinwelt. Eine Weinwelt erschaffen, indem er der Natur die Hand gereicht hat. Die Weine präsentieren Gols, wie schwach auf der einen Hand geschrieben steht und sie präsentieren Gsellmanns Idee: Eines respektvollen, ganzheitlichen Arbeitens im Einklang mit der Natur.

Sprungbrett
Andreas Gsellmann in seinen Weinbergen

Zu Tisch bei einem Biodynamiker

Familie Gsellmann lebt in einem urigen Hof. Hinten im Garten streunen Hühner herum. 2005 stieg Andreas Gsellmann in den Betrieb seines Vaters mit ein, welcher damals schon biologisch arbeitete. Andreas wollte jedoch noch mehr. Sein innerer Drang war wirklich mit der Natur Hand in Hand zu arbeiten – nicht nur von ihr zu nehmen, sondern ihr zu geben. Andi Gsellmann war inspiriert von den Ideen der Biodynamie, die ihn besonders der Pionier Dr. Andrew Lorand näher brachte, einem Botschafter der biodynamischen Lehre Rudolf Steiners. Gsellmann fing an, seine 19 Hektar Boden mit Kompost und Hornkiesel zu nähren, die Weine natürlich vergären zu lassen und sie ohne Filtration schonend in die Flasche zu bringen.

Das Produkt sind ausdrucksstarke und abwechslungsreiche Weine. Gsellmanns Betrieb ist nun schon seit 2011 biodynamisch zertifiziert. Die Weine von Gsellmann entstehen durch Vergärung auf der Maische, durch Holzkontakt und Lagerung auf der Feinhefe. Oft macht er dabei eine wilde Assemblage aus den typischen österreichischen Rebsorten wie Blaufränkisch, St. Laurent und Zweigelt oder auf weißer Seite Scheurebe, die Burgundersorten und Traminer. Der Drehverschluss mag den Korkenliebhaber abschrecken – muss er aber nicht! Die Weine überzeugen in jedem Fall.

Die Weine von Andreas Gsellmann:

“In meiner Weinbereitung suche ich danach, die Natur zu begreifen. Es geht mir darum, ein gesundes Gleichgewicht von Geben und Empfangen zu finden – durch das händische Formen, achtsame Pflegen und nachhaltige Gestalten der Landwirtschaft.”

Andreas Gsellmann

Gsellmann lebt den Grundgedanken hinter der Biodynamie: Die Gesamtheit der Welt ist ein Kreislauf – und der Mensch hat diesen zunächst einmal unterbrochen. Ist eines der Elemente in diesem Kreislauf krank, bricht dieser komplett zusammen. Dies ist die Idee der biodynamischen Lehre. Gsellmann lebt diese Idee, indem er die Weinreben und den Boden mit natürlichen Mitteln gesund hält und sie stärkt und dadurch auf positive Art und Weise Teil des Systems
wird. Seine Prinzipien sind Handarbeit, Achtsamkeit, Finesse. Die Produkte einer gesunden Natur stärken gleichzeitig den Menschen – Gsellmann bäckt sein eigenes Brot, isst das Gemüse aus seinem eigenen Garten und kocht die Eier seiner eigenen Hühner. Durch seinen achtsamen und respektvollen Umgang mit der Natur bringt Gsellmann sich sinnvoll in den Kreislauf der Erde mit ein und kann dadurch leckere Produkte genießen – so wie wir seine Weine genießen dürfen.

Gsellmann und die Pannobile

Gsellmann ist wie Judith Beck Mitglied in der 9-köpfigen Pannobile und auch der respekt-BIODYN Gruppe. Sein Vater war einer der Mitbegründer der am Neusiedlersee heimischen WinzerInnenvereinigung Pannobile. Damit zählt das Weingut Gsellmann zu jenen, die das Weinbaugebiet um Gols herum und seine heimischen Rebsorten vor dem Aussterben bewahren wollen.

Viele WinzerInnen wollen mehr und mehr die internationalen, auf dem Markt angesagten Rebsorten anbauen. Was die Pannobile WinzerInnen aber eint ist der respektvolle Umgang mit der Natur, das Streben nach Nachhaltigkeit und das Ziel von höchster Qualität. Pannonien ist eine alte Bezeichnung für die Region in Österreich um Gols herum, nobile steht für edel. Edel so sind auch die Weine dieser neun Betriebe, jedoch nicht nur das. Die Hänge von Gols über dem Neusiedlersee von Österreich, liegen in sonnenexponierter Lage.

Hinzu kommt das pannonische Klima, geprägt von heißen Sommertagen und kalten Wintern und Nächten. Daraus ergibt sich genau die Mischung aus Frucht und Frische die man sich wünscht. – Eine Erfahrung dazu ist der Pannobile-Tag, bei welchem alle neun Weingüter mit einem Shuttelbus untereinander erreichbar sind und man die verschiedenen Weine probieren kann.

Weingut Gsellmann: Hier kann man die wunderbaren Weine verkosten

Gsellmann und die Respekt Gruppe

Zusätzlich ist Gsellmann in der Respekt Gruppe, eine Gruppe welche für nachhaltige Bewirtschaftung und Verantwortung gegenüber der Natur steht und das Ziel hat, durch biodynamische Bewirtschaftung mehr Typizität und Ausdruck zu erlangen. In der Gruppe sind derzeit um die 23 Weingüter, welche sich auf Deutschland, Österreich und Südtirol erstrecken. Die Inhalte der Gruppe sind nicht nur die biologisch-dynamische Landwirtschaft, sondern alles, was eine Nachhaltige Gesellschaft ausmacht. Dazu gehört also auch soziale, ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit. Mehr dazu könnt ihr hier lesen: Gemeinschaft – respekt-BIODYN | biodynamischer Wein.

Weingut Gsellmann: Lagen

Kaum stand man auf Schotter, steht man plötzlich schon auf Sand. Eines der Besonderheiten am Neusiedlersee sind die verschiedenen Böden, die eine große Sortenvielfalt möglich machen. Die Parndorfer Platte ist ein von der Eiszeit geprägtes Schotterplateau von erheblichem Ausmaß – 200 km2 weit erstreckt sich die Ebene im nördlichen Burgenland. Zum Neusiedlersee hin fällt die Platte in steilen Terrasse ab. Der Boden der Parndorfer Platte ist durchlässig, hier ist es etwas kühler und windiger. Perfekt für St. Laurent, Pinot und Zweigelt. An die Parndorfer Platte schließen im Südwesten sandig-lehmige, schwere Böden an. Hier gefällt es besonders dem Blaufränkisch gut. Die ebenen Lagen im Seewinkel sind besonders gefällig für Weißweine und Zweigelt.

Unser Fazit

Was Andreas in seinem Weingut auf die Flasche zaubert, ist einfach nur spitze. So schmeckt man förmlich die Liebe für seine Reben, die Anstrengung und das ausgezeichnete Handwerk, was er an den Tag legt. Seine weißen Weine strotzen nur so vor Frische und Eleganz, die roten vor Tiefe und Frucht – ohne jemals langweilig zu sein. Um den Aufwand, aber auch den Ertrag der biodynamischen Kreislaufwirtschaft mal in voller Blüte zu sehen, können wir einen Besuch in Gols bei Andreas nur wärmstens empfehlen. Und natürlich seine Weine zu probieren!