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Karim Vionnet

Karim Vionnet & Team

Frankreich
Beaujolais

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Karim Vionnet: Rock'n'Roll Gamay aus dem Beaujolais

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Frankreich, Beaujolais

Villié-Morgon

Sex, Rockn’Roll & Gamay auf dem T-Shirt, AC/DC im Ohr und unendlich viel Liebe zum Terroir. Man könnte in so wenigen Worten versuchen, Karim Vionnet zu beschreiben. Aber das würde seiner Person nicht gerecht werden. Er ist genauso vielschichtig wie seine Weine. Egal ob Beaujolais Villages, Chiroubles oder Fleurie. Alle sind sie unterschiedlich. Alle so unverkennbar eigen. Jeder der Weine, die Karim herausbringt, hat seinen eigenen Charakter, seine eigenen Noten, ganz wie Karim selbst. Beaujolais zum verlieben, zum reinfühlen!

Sprungbrett

Der Weg zum Winzer

Die Geschichte von Karim Vionnet ist inspirierend, von einem mutigen jungen Mann, der entgegen allen Erwartungen doch einfach nur das macht, was er liebt. Wein! Geboren in Lyon als Sohn Nordafrikanischer Einwanderer, wurde er von der Familie Vionnet aus Morgon adoptiert. Keiner in seiner neuen Familie ist Winzer oder in der Weinwelt verankert. Nichtsdestotrotz hatte sein Vater, Monsieur Vionnet, immer gerne eine Flasche guten Beaujolais auf dem Tisch stehen.

Karim in seinen Weinbergen

Der Weg in die Weinwelt ebnete sich früh. Karim befreundete sich als Kind mit Marcel Lapierre’s Neffen, der ihn mit 10 Jahren zu seinem Onkel aufs Weingut nahm um bei der Lese zu helfen. Von da an begleiteten ihn die ganz grossen Namen im Beaujolais als Mentoren: Jean Foillard, Guy Breton und Jean-Paul Thévenet, für den er insgesamt 11 Jahre arbeitete. Nachdem er so viel Erfahrung gesammelt hatte, wollte Karim endlich seinen eigenen Wein machen. Doch da wurden ihm die ersten Steine in den Weg gelegt. Zum einen konnte er kein Land kaufen, da er nicht aus einer Winzerfamilie kommt und somit kein Standing hatte. In einem so eng vernetzten Teil der Welt ist das Standing das A und O. Zum anderen machte ihm sein Nordafrikanischer Vorname Schwierigkeiten Fuß zu fassen.

Das juckte Karim insgesamt sehr wenig, denn wie die Engländer so schön sagen “against all odds” bahnte er sich seinen Weg über die Steine. In 2006 pachtete er seine ersten 2 Hektar in dem kleinen Ort Quincié-en-Beaujolais, unweit von Villie-Morgon, wo heute sein Keller liegt und die meisten seiner Trauben herkommen. Zwischenzeitlich hatte er, verteilt auf die Cru’s Chiroubles, Chénas und Moulin-á-Vent, sogar 10 Hektar die er 2013 aufgrund der immensen Arbeitslast aber wieder reduzieren musste.

Die 3 Beaujolais Crus von Karim:


Mittlerweile steht sein Name ganz selbstbewusst auf seinen Flaschen und er besitzt zwar weiterhin kein Land, pachtet aber dennoch knapp 5 Hektar in den einzelnen Cru Regionen verteilt und bearbeitet die Gamay Rebstöcke händisch und biologisch ohne viel Schnickschnack. Im Keller greift er nicht viel ein. Viele seiner Weine machen Macération Carbonique durch, die Tanks werden auch erst ganz kurz vor dem Einfüllen in die Flasche geöffnet um das CO2 entfliehen zu lassen, welches bis dahin den Wein und seine reinen Fruchtaromen konserviert hatte. Bevor der Korken reinkommt, noch 1 Gramm Schwefel rein, sodass Karim nachts gut schlafen kann und Voilá: Karim Vionnet’s Weine.

Guy Breton: ein Pioneer, Wegweiser und wo alles anfing

In 2005 war Karim schon fester Bestandteil des Leseteams bei der Naturweinlegende Guy Breton. Es war dort, wo er seinen ersten zukünftigen Kunden aus Japan traf und alles so langsam aber sicher ins Rollen kam. Die ersten vier Jahre benutzte Karim Guy’s Keller um die Trauben aus seinen 2 Hektar zu verarbeiten. 2010 zog er dann nach Villié-Morgon in seinen eigenen Keller. Die Presse, die er verwendet, ist ein Geschenk einer anderen Naturweinlegende: Jean Foillard.

Es waren genau diese beiden mit Hilfe von Marcel Lapierre und Jean-Paul Thévene die die Rückbesinnung auf die “alten” Weinherstellungsmethoden im Beaujolais mit unglaublichen Erfolg voranpeitschten. Weg von gekauften und künstlichen Hefen, weg vom eintönigen Geschmack von Bananen und Erdbeeren, weg von Konvention, weg von den Fesseln. Stattdessen entstanden Weine mit einer klaren Sprache. Fein, elegant und kraftvoll. Wenig Schwefel, keine Filtration, Gärung in ganzen Trauben und Reife im alten Holzfass. Nicht zu vergessen ist die biologisch-nachhaltige Arbeit im Weingarten. Nicht viel anders bei Jean Foillard oder Guy Breton. Genau in dieser Schule wurde der junge Karim ausgebildet.

Karim Vionnet möchte elegante, trinkbare und dennoch explosive Weine produzieren. Anders als seine Mentoren benutzt er so wenig Schwefel wie nur denkbar möglich und verwendet ihn auch nur beim Abfüllen. Ein Holzfass sehen nur seine etwas kräftigeren Weine aus Chiroubles und Fleurie. Anfangs hatte Karim Vionnet Schwierigkeiten mit flüchtiger Säure und Brett. Dann stellte er eben nur noch auf Stahl und Beton um und voilá, das Problem war gelöst. Karim Vionnet ist eben einer der ersten aus einer neuen Generation von Winzer*innen im Beaujolais, basierend auf der Schule der “Vierer-Gang”. Eine Neudefinition des lokalen Stils, die tiefste Spuren hinterlassen hat.

Das Beaujolais – Einzigartiges Terroir und oft übersehen

Fragen wir einige unserer Freunde oder Eltern, die die 80er Jahre mitmachen durften, kommt zu Beaujolais meist nur ein Seufzen oder ein Schmunzeln. Denn diese Weine hatten bzw. haben gar keinen guten Ruf. Dank Winzer wie Guy Breton, Marcel Lapierre oder eben Karim Vionnet hat sich dieser Ruf in den letzten Jahrzenten glücklicherweise geändert. Der schlechte Ruf ging eigentlich mehr auf die “künstlich” gemachten und schmeckenden Tropfen zurück. Das Terroir des Beaujolais ist nämlich einzigartig und muss sich vor anderen großen Regionen Frankreichs kaum verstecken. Das Beaujolais umfasst 12 AOC’s und 10 Crus, alle mit unterschiedlichsten Bodenbeschaffenheiten. Das wohl bekannteste Cru ist “Morgon”, vor allem mit seiner großen Lage “Cote du Py” entlang des Py Berges.

Die meisten Weinflaschen macht Karim Vionnet als Beaujolais-Villages. Beaujolais-Villages dürfen die Weine genannt werden, die aus den 38 Ortschaften im Beaujolais kommen. Die Böden reichen von Gneiss über Sandstein zu Schiefer. Beaujolais-Villages Weine sind meist fruchtbetont und etwas leichter und unkomplizierter als die Cru’s. Am Besten sollten sie auch jung getrunken werden um den charmanten Charakter nicht zu verlieren.

Die typische Form alter Gamay-Reben

Ein Cru, in dem Karim Vionnet auch arbeitet, ist Fleurie. Die Reben wachsen hier auf sandigem pinken Granitböden auf ca 340m. Höhe. Die Verhältnisse der Böden in Fleurie ändern sich teilweise innerhalb eines Weinbergs und sind sehr variiert. Die einen tiefergehend, andere mit weniger Granitanteilen aufgrund stets wiederkehrenden Erosionen. Generell haben Fleurie Weine einen blumigeren Charakter und sehr weiche Tannine, etwas das man in Karim Vionnet’s Fleurie auch wiederfindet.

In seinem Portfolio finden wir auch einen Chiroubles. Die Weingärten in Chiroubles sind die am höchsten gelegenen im Beaujolais. Situiert auf Hügelterassen, die wie “Amphietheatren” angelegt sind, wachsen die Reben hier auf sandig-pinkem Granit. Auch hier sind Karim’s Weine typisch für die Gegend. Blumig aber elegant mit mehr Säure und beerigen Noten.

Das Chénas ist die kleinste AOC im Beaujolais, jedoch eine mit unglaublichem Charakter. Die Weine sind kräftiger mit runderen Noten dunkler Waldbeeren und Wintergewürzen. Dort produziert Karim Vionnet seinen warscheinlich komplexesten Wein, der dennoch mit einer unglaublichen Trinkigkeit gesegnet ist.

Unser Fazit

Nicht nur ist Karim ein super sympathischer Typ, sondern er macht auch noch super Weine. Als “Young gun” der neuen Generation von Winzer*innen im Beaujolais ist er maßgeblich daran beteiligt, die Gegend wieder auf die (Wein)Landkarte zu hieven. Man kann es nicht anders sagen: Wer das neue Beaujolais kennenlernen will, muss die Weine von Karim Vionnet probiert haben. Ganz große Klasse!

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