Naturwein aus

Carignan

Carignan - fast schon schwarze Beeren, der Saft daraus färbt sich durch die Schalen dunkel. Die Blätter wölben sich groß, dick, dunkelgrün und schützend über die saftigen Trauben. Carignan ist nicht unbedingt eine Rebsorte die jeder kennt oder die sehr oft getrunken wird, obwohl Carignan sogar auf circa 47 000 Hektaren weltweit angebaut wird und auf Rang 12 der weit verbreitetsten Rebsorten liegt.

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Einige loben die intensive Farbe, die kräftigen Tannine und die spritzige Säure von Carignan, andere tuen Carignan als aromenlosen Farbstoff ab. Der Konsens ist jedoch: Carignan hat auf jeden Fall eine sehr kräftige Farbe! Problem der Rebsorte ist jedoch der oft falsche An- und Ausbau, welcher nur auf hohe Erträge ausgerichtet ist, was dünne, saure, aromenlose Landweine hervorbringt. Bei der richtigen Zuwendung können aus Carignan spannende, eigenwillige, trinkige Rotweine entstehen, die Spaß machen. Carignan wird oft zu tiefgründige Weine mit feinen fruchtigen Noten von Pflaume und Feige ausgebaut. Besonders der Süden Frankreichs ist das Kerngebiet von Carignan. Die kargen Böden, warmen Temperaturen, hohen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie der auflandige Wind am Mittelmeer bilden nahezu perfekte Wachstumsbedingungen für den Carignan. 

Carignan bei Forever Thirsty kaufen

Hat dich der zweifelhafte Ruf des Carignans aufmerksam gemacht? Wenn du gerne mal einen Carignan probieren willst, findest du eine tolle Auswahl im Sortiment von Forever Thirsty. Carignan wird häufig im Languedoc-Roussillion hergestellt. Von dort präsentieren wir dir eine tolle Carignan-Syrah Cuvée von Domaine de l`Horizon. Dieser süffige Wein besticht durch Aromen von Schokolade, Pflaume und Zimt – klingt schwer, kommt jedoch andererseits auch ganz fruchtig, frisch durch seine gute Säure daher. Oder du probierst die fruchtig, frischen Tropfen von Jolly Ferriol. On passe au Rouge – auf Deutsch Wir werden rot lässt einen wirklich vor Glück erröten. Dieser reinsortige Carignan ist so rund und saftig wie eine frische Blaubeere. Jolly Ferriol aus dem Roussillion präsentiert mit Jacquerie, einem Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Carignan, Va nu pieds, einem Cuvée aus Carignan und Grenache und Chai Moi, einem Cuvée aus Carignan, Grenache und Syrah drei weitere tolle Beispiele, wie Carignan mit anderen Rebsorten harmonisiert und spitzen Weine hervorbringt. 

Willst du eine italienische Variante probieren? Dann ist der Klassiker Unlitro von Ampeleia aus der Toskana das richtige. Diese schöne 1-Liter Flasche ist ein must have – nicht nur der Flasche wegen. Einerseits rustikal, aber auch elegant, gespickt mit saftig roten Früchten ist diese Bouteille der perfekte Partygast. Eine Cuvée aus Grenache, Carignan, Sangiovese, Mourvédre und Garnacha, im Beton ausgebaut, mit weichen Tanninen und viel Cremigkeit. Leicht gekühlt – perfekt! Und danach kann die Flasche optimal als Wasserkaraffe genutzt werden. Eine andere Rarität ist der Petite Baigneuse aus dem Roussillion – eine Cuvée aus Carignan und Grenache. Die Weintags Rosmarin, Cassis und Tapenade sagen alles: probieren bevor es keine Flaschen mehr gibt! Philippe Wies, der diesen Wein produzierte, hat leider aufgehört. 

Woher kommt der Carignan

Carignan ist eine Rotweinrebsorte, welche traditionell in Frankreich ausgebaut wird, jedoch ursprünglich aus Spanien kommt. In Spanien heißt Carignan, Carinena, Mazuelo oder Crujillon, in Italien heißt er Carignano. In Frankreich wird sie hauptsächlich im Midi, also in Südfrankreich, im Languedoc-Roussillion, also kurz vor der spanischen Grenze und in der Provence angebaut. Doch auch in Spanien, Algerien, Israel und Kalifornien ist der Carignan verbreitet. Die Rebflächen von Carignan gingen jedoch massiv zurück, da ein Großteil gerodet wurde. Ein Grund dafür ist die hohe Fäulnis- und Mehltauanfälligkeit, welche den Anbau von Carignan zu einer großen Herausforderung machen. Baut man Carignan auf zu fruchtbaren Böden an, neigt er zu massiven Erträgen und kompakten Trauben. Dies führt dazu, dass sich leichter Fäulnis bildet. Carignan eignet sich wesentlich besser für etwas kargere Böden, wie es sie im Mittelmeerraum auch häufig gibt. Die Erträge sind dann geringer, jedoch von besserer Qualität. Einige Spitzenwinzer hauchten der Rebsorte wieder Leben ein und bauen sie auf den richtigen Böden an. Das Ergebnis sind beeindruckende Weine, welche an Graphit erinnern, nach würzigen Beeren schmecken und Edelholzdüfte verbreiten. 

Carignan in der Cuvée

Dass Carignan trotz seines flächenmäßig hohen Anteils nicht unbedingt so häufig genannt wird, liegt daran, dass Carignan oft als Verschnittwein genutzt wird. Das bedeutet, dass vor der Vergärung etwas Carignanmost zu anderem Most dazugegeben wird, um diesem bestimmte Eigenschaften zu geben. Der Vorteil von Carignan ist, dass dieser sehr ertragreich ist und sich damit sehr gut als Verschnittwein anbietet. Da der Wein sehr dunkel, tanninreich und säurereich ohne jedoch viel Aroma ist, eignet er sich nicht immer für den reinsortigen Ausbau. Weine, die jedoch mehr Farbe, Tannine und Säure benötigen können, werden durch den Verschnitt mit Carignanmost bereichert. Carignan wird beispielsweise oft mit Tempranillo verschnitten, um die typischen Riojaweine herzustellen. Ebenso wird Carignan im Languedoc oft als Verschnittpartner genutzt. Jedoch wird er dort immer mehr durch Syrah und Cinsault abgelöst, welche finessenreicher in ihrer Aromatik sind. 

Carignan und der Klimawandel

Für viele Rebsorten ist der Klimawandel das Ende. Durch die intensivere UV-Strahlung, die steigende Hitze und Wassermangel geraten viele Rebsorten in Stress und produzieren dadurch Fehlaromen oder sterben bei zu viel Stress ab. Eine Rebe kann sich bis zu einem gewissen Maß an Stressfaktoren wie hohe Temperaturen und Wassermangel gewöhnen und sogar Resistenzen entwickeln und dadurch abgehärteter werden. Ist das Resistenzmaximum jedoch erreicht, kommt es zur Erschöpfungsphase und die Rebe ist chronisch geschädigt. Rebsorten reagieren also ganz unterschiedlich auf den Klimawandel – Riesling zum Beispiel eignet sich nicht für sehr warme Standorte, da er sonst durch die intensive Sonneneinstrahlung zu viel Caratinoide bildet, welche später im Wein eine in zu großen Mengen störende Petrolnote entwickelt. Carignan hingegen ist sehr gut an den Klimawandel angepasst. Durch seine dicken Beerenhäute hat er einen guten Schutz gegen die intensive Sonneneinstrahlung. Außerdem ist Carignan spätreifend, was ihn vor eventuellen Spätfrösten schützt. Durch seine relativ hohen Erträge auf fruchtbaren Böden, eignet er sich hervorragend für kargere Böden, welche seinen Ertrag etwas reduzieren. Carignan kann deshalb besonders gut im Mittelmeerraum angepflanzt werden. Seine rauen, blasigen, großen Blätter schützen die Trauben vor dem Verbrennen und können optimal Wasser speichern und verbrennen nicht so leicht. Carignan kann damit dem Klimawandel optimal trotzen.

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