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Loire

Loire

Loire, der Fluss des guten Weines. Das Weinbaugebiet wie auch der Fluss (übrigens der längste Fluss Frankreichs mit seinen 1000 km) sind für die schöne Landschaft bekannt und von der Loire kommen außerdem einige der trockensten, erquickenden und damit auch bekanntesten Weine Frankreichs. Was auch daran liegt, dass dieses Weinbaugebiet, bestehend aus einigen wichtigen Unterregionen, das zweitgrößte Frankreichs ist und auf seinen 70 000 Hektar so um den Dreh 1/10 der gesamten Weinproduktion in Frankreich ausmacht – ohlala!

Mit der Weinregion Loire kann man sich also einige Weinregale voll beschäftigen! Loire das ist Säurestruktur im Chenin Blanc, Würze und Feuerstein im Sauvignon Blanc aka. Poully-Fumé aus dem gleichnamigen Gebiet, Fruchtalarm im Melon de Bourgogne aka. Muscadet, Samt im Cabernet Franc und aber noch viel mehr. Nicht zu vergessen Crémant de Loire – immer einen Korkplopp wert!  Auch die roten Rebsorten wie Gamay, Pinot und Malbec werden an der Loire ausgebaut und ebenso die eher unbekannten Rebsorten wie Grolleau, Tressalier und Pineau d´Aunis, die echte Feinschmeckertropfen hervorbringen.  

Sprungbrett

Naturwein von der Loire

Übrigens an der Loire im Gebiet Anjou ist einer der weltweit am ersten biodynamisch bewirtschafteten Weinberge und außerdem einige standhafte Weinmacher*innen die ihre Arme immer vor der Chemiekeule verschlossen hielten und ihre Weinberge und Weine natürlichen Weges behandelten. Dank dessen und vieler engagierter junger Naturweinwinzerinnen gehört die Loire heute zu einem der Zentren der Bio- und Naturweincommunity. Entsprechend lang ist die Liste an tollen Naturweingütern. Bei uns bei Forever Thirsty kannst du von der Loire super spannende Cabernet Francs, auch als Petna,  von dem wunderbaren Gespann von Clos Kixhaya probieren. Die Cabernets von Clos Kixhaya haben genau die richtige Mischung aus Frische und Frucht, wozu sicher auch der sandige, kalkige Boden der Loire beiträgt. Etwas krafvoller aber dennoch leicht im Alkohol der Cabernet Franc von Vignes de Yavanna von der Loire. Auch von diesem Weingut ein Rotwein aus der uralten loireischen Rebsorte Grolleau. Frisch und würzig – unbedingt probieren. 

Let’s talk about Chenin Blanc

Chenin Blanc, der Pineau de la Loire. Kleiner Zwilling vom Chardonnay?  Chenin kann unglaublich vollmundig dicht und cremig wie Chardonnay wirken. Säure wie nen Riesling? Chenin kann je nach Jahrgang eine sehr fetzige Säure ausbilden. Und außerdem ist Chenin Blanc auch noch top Grundwein für Bubbels, denn gerade diese brauchen eine gute Säure. Chenin Blanc ist dabei alles andere als einfach anzubauen. Die weiße Rebsorte von der Loire reagiert extrem empfindlich auf ihre Umgebung und entwickelt schnell Graufäule und Botrytis. Jedoch auch zu ihrem Glück, denn aus der Edelfäule Botrytis lassen sich ganz hervorragende edelsüße Chenins vinifizieren. Einer der besten, brillierenden und spannendsten Weißweine der Welt ist aber auf alle Fälle trocken ausgebauter Chenin Blanc! Er besticht in Optik und Geschmack durch goldgelbe Gewürze wie Kurkuma oder Safran, wirkt im Aroma schon fast fernöstlich und am Gaumen so samtig weich und doch spritzig Sauer. Chenin Blanc wird mittlerweile fast doppelt so häufig wie in Frankreich in Südafrika angebaut und entwickelte dort seine ganz eigene eher frucht- und säurebetonte Stilistik. In Frankreich wird Chenin sowohl als Tafeltraube verkauft, als Grundwein für den Crémant de Loire genutzt, als edler Süßwein ausgebaut oder zum exzellenten trockenen Weißwein vinifiziert. 

Weine von der Loire

Bubbels von der Loire – Chenin kann was!

Chenin kann nicht nur irgendwas sondern kann den leckersten Schaumwein der Welt hervorbringen! Nicht nur Champagner kann glänzen sondern auch sein Landesgenosse Crémant de Loire. Crémants von der Loire sind vielfältig und vielseitig, da sie aus auf den gesamten 1000 km der Loire angebaute Cheninreben vinifiziert werden können und somit von den sehr unterschiedlichen Böden geprägt werden. Ein Glück für den Schaumwein und Voraussetzung für einen guten Schaumwein sind außerdem hohe Säurewerte im Grundwein und damit auch einigermaßen gemäßigte Temperaturen, die den Säuregehalt in den Träubchen stabil halten. Das hat das Weinbaugebiet Loire, dank der Temperaturausgleichenden Wirkung seines Flusses Loire. Natürlich wird es jedoch, thanks to humanity, auch dort immer heißer und trockener – also am besten direkt mal, so lange es noch so gut schmeckt einen Crémant de Loire öffnen!

Typisch für die Loire: das Sur Lie Verfahren

Beim Sur Lie Verfahren handelt es sich um eine bestimmte Form des Ausbaus von Weißweinen welche besonders an der Loire häufig angewandt wird. Der Wein lagert dabei mehrere Monate oder sogar Jahre auf seinen Hefen, also entweder auf der Vollhefe oder nach einem ersten Abzug vom Trub, auf der Feinhefe. Dieses Verfahren ist besonders für die Rebsorte Muscadet von der Loire beliebt und natürlich Champagner, bei diesem ist die hefige, buttrige, briochige Note des Sur Lie unverzichtbar. Der Wein erhält dadurch eine cremig, briochige Note und einen besonders frisch, mineralischen Geschmack der besonders durch leichtes Kohlensäurebitzeln an Fahrt bekommt. Weißweine die mit dem Sur Lie Verfahren hergestellt wurden, füllen den ganzen Mund aus und wirken insgesamt unglaublich rund und schmeichelhaft am Gaumen. Hohe Alkoholgrade werden durch das Sur Lie Verfahren geschmacklich gut kaschiert. Durch das Aufrühren der Hefen, die Bâtonage, kann die geschmackliche Wirkung des Sur Lie Verfahrens verstärkt und der Prozess beschleunigt werden. Besonders für Naturweinwinzer*innen ist das Sur Lie Verfahren ein perfekter Trick um hohe Schwefelgaben zu vermeiden. Die Hefen wirken als natürliche Antioxidantien und schützen den Wein vorm Verderb bei Sauerstoffkontakt – sprich vor Oxidation. 

Was ist dieser Pouilly-Fumé?

Pouilly-Fumé ist eines der Herkunftsgebiete für Weißwein an der Loire und zwar für Sauvignon Blanc. Dieser schmeckt ganz charakteristisch etwas flintig, geräuchert, ein bisschen wie ein Feuerwerk. Geprägt wird dieser Geschmack vom dort vorliegenden Boden, nämlich Feuerstein. Kann man Terroir also doch schmecken?